«Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens.» Joh. 6,68














 
                    

Freitag, 02 MĂ€rz 2018

Hl. Agnes von Böhmen

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Hl. Agnes von Böhmen

Klostergründerin und Äbtissin in Prag, Ordensgründerin

* 1205 in Prag, Tschechien
† 6. März 1282 (?) daselbst

Agnes war die Tochter des böhmischen Königs Ottokar I., der seine Tochter als Mittel zum politischen Zweck gebrauchte. Noch als Kind verlobte er sie mit Boleslaw von Schlesien und überließ sie ihrer zukünftigen Schwiegermutter, der hl. Hedwig, zur Erziehung, die sie den Zisterzienserinnen von Stift Trebnitz anvertraute. Die drei Jahre dort prägten sie entscheidend. Als ihr Bräutigam bei einem Jagdunfall starb, versuchte der Vater sie dem zukünftigen Thronerben aufzudrängen, dem späteren Heinrich IV. Dann warben der deutsche Kaiser Friedrich II. und der englische König um die böhmische Prinzessin und ihr Vater verlobte sie gegen ihren ausdrücklichen Willen mit dem deutschen Kaiser. Ottokar starb und Agnes konnte, unterstützt durch die Fürbitte des Papstes, Friedrich II. überreden, sie wieder freizugeben.

Es war wohl das Beispiel der hl. Hedwig, das der Königstochter früh die Augen für die Armen geöffnet hatte. Jetzt wurde sie eine von ihnen. Sie suchte sich eine kleine Behausung am Stadtrand von Prag und lebte unter den Armen. Minoriten kamen nach Prag, und Agnes veranlasste, dass ihr Bruder, König Wenzel, ihnen in ihrer Nähe ein Kloster baute. Zwei Deutsche unter den Minderbrüdern nahmen sich besonders der Königstochter an und stellten eine Verbindung zur hl. Klara her. Bald entstand eine herzliche Verbindung zwischen den beiden Frauen und Klara schickte fünf Schwestern aus Trient nach Prag. 1234 konnte Agnes die Leitung des Konvents übernehmen. Um dieses klösterliche Zentrum herum bildeten sich weitere Gemeinschaften, Pflegestellen, Waisenhäuser und Heimatlosenasyle, unter anderem das Hospital von Prag und die Salvatorkirche. Ein ganzes Stadtviertel entstand, in dem Agnes drei kleine Kirchen baute.

Junge Frauen, auch aus dem Adel, schlossen sich Agnes an, und weitere Klöster entstanden bis nach Polen. Agnes beharrte gegen alle Widerstände darauf, dass in ihren Klöstern die ursprüngliche harte Regel der Klarissen beibehalten wurde. Im Alter legte Agnes das Amt der Äbtissin nieder und lebte zurückgezogen als einfache Schwester. Mit 77 Jahren starb sie am 2. März 1282.

 



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