«Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens.» Joh. 6,68














 
                    

Donnerstag, 22 Februar 2018

Hl. Margareta von Cortona

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Hl. Margareta von Cortona

Terziarin, Mystikerin

* um 1247 in Laviano bei Salerno in Italien
† 22. Februar 1297 bei Cortona in Italien

Margareta war das Kind frommer, einfacher Leute. Als sie sieben Jahre alt war starb ihre Mutter, mit der Stiefmutter kam sie nicht zurecht. Im Alter von 16 bis 25 Jahren lebte sie mit einem Adligen in einer Liebesbeziehung ohne mit ihm die Ehe einzugehen, führte ein luxuriöses Leben und gebar einen Sohn. Die frommen Wurzeln, die ihre Mutter in sie gelegt hatte, blieben aber lebendig; sie berichtete von jener Zeit als einer der Sünde und Schande und, dass sie damals schon Mitleid mit den Armen hatte. Aus dem Leben im Luxus löste sie sich, als ihr Liebhaber ermordet aufgefunden wurde: sein Hund führte Margareta zu dem seit Tagen verschwundenen Leichnam, der Anblick des schon Verwesenden bewirkte ihre Bekehrung.

Bereit, ein neues Leben anzufangen, wollte Margareta in ihr Elternhaus zurückkehren, aber der Vater, aufgehetzt von der Stiefmutter, verweigerte ihr die Rückkehr. Deshalb erbat sie die Aufnahme im Kloster, doch sie musste warten, bis man ihrer Bußfertigkeit glaubte. Sie bestritt ihren Lebensunterhalt, indem sie reichen Frauen von Cortona während der Schwangerschaft und im Kindbett beistand. Sie kasteite und geißelte sich, bis sie 1275 in den Dritten Orden der Franziskaner aufgenommen wurde.

Margareta gab ihrer Schönheit die Schuld an ihrem bisherigen Leben und seinen Schwierigkeiten, deshalb versuchte sie sich zu entstellen, um hässlich zu werden. Die Leute deuteten das als Heiligkeit. Sie wollte diesen Irrtum aufkären und bekannte laut und öffentlich all ihre Verfehlungen. Die Leute sahen darin abermals einen Ausdruck der Heiligkeit. So floh sie in die Einsamkeit, um nicht irrtümlich für heilig gehalten zu werden, ab 1288 oder 1291 lebte sie als Einsiedlerin bei der Kirche S. Basilio. Unsicherheit quälte sie, in ihrer Angst und Verlassenheit hatte sie himmlische Erscheinungen und vertraute der Zusage Jesu, ihr nahe zu sein auch in Zeiten der Finsternis und Gottferne. Sie praktizierte ein sehr strenges Bußleben, gründete in Cortona ein Hospital und eine Vereinigung von Franziskaner-Terziarinnen.

Margaretas Beichtvater, Franziskanerpater Giunta da Bevagna, verfasste ihre Biographie. Ihr unverwester Leichnam befindet sich in Cortona. Er wurde von dem Pathologen Ezio Fulcheri von der Universität Genua eingehend untersucht. Dabei fanden sich tiefe Schnitte entlang der Oberschenkel, im Unterleib und in der Magengegend - offenkundig waren ihr diese Wunden nach ihrem Tod beigebracht und anschließend grob vernäht worden. In alten Akten stand zudem, dass die Bewohner von Cortona den Körper der Wohltäterin vor der Vergänglichkeit bewahren wollten. Vermutlich geschah dies mit einfachen Mitteln wie Salz oder Natron, um die natürliche Austrockung der Leiche künstlich zu beschleunigen - ähnlich wie im alten Ägypten. Außerdem fanden sich Spuren von Salben, duftenden Gewürzen und Pflanzenextrakten auf ihrem Körper, darunter Myrrhe und Aloe, die das Entstehen von Fäulnisbakterien verhindern. Dies könnte den oft zitierten Wohlgeruch von Margaretas Leichnam erklären. Fulcheri glaubt, dass Juden das Wissen über die Einbalsamierung aus Ägypten mit nach Palästina nahmen, von dort kam es mit den Christen nach Rom und ins restliche Europa.



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