«Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens.» Joh. 6,68



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Dienstag der 4. Fastenwoche
Kommentar zum heutigen Evangelium
Hl. Gregor von Nyssa (um 335-395), Mönch und Bischof
Das Leben des Mose, II, 121f.; SC 1

Durch Wasser gerettet

Jeder, der den Bericht von der Durchquerung des Roten Meeres hört, erkennt, woraus das Geheimnis des Wassers besteht, in das man zusammen mit der ganzen feindlichen Streitmacht eintaucht, und aus dem man alleine wiederauftaucht, während die feindliche Streitmacht am Meeresgrund verbleibt. Wer erkennt nicht, dass diese ägyptische Streitmacht […] die mannigfaltigen Leidenschaften der Seele darstellt, denen der Mensch ausgeliefert ist: Wutgefühle, verschiedene Lustgefühle, Traurigkeit oder Gier? [...] All das, und alles was dem zugrunde liegt, stürzt sich bei der Verfolgung der Israeliten, zusammen mit dem Anführer der hasserfüllten Angreifer, ins Wasser.

Das Wasser aber wird, durch die Kraft, die vom Stab des Glaubens ausgeht, und durch die Macht der lichtvollen Wolkensäule (Ex 14,16.19), zur Lebensquelle fĂĽr alle, die in ihm Zuflucht suchen – und zur Todesursache fĂĽr alle, die sie verfolgen […] Wenn man den darin verborgenen Sinn freilegt, so bedeutet dies, dass alle, die durch das sakramentale Wasser der Taufe schreiten, darin alle bösen Neigungen, mit denen sie im Kampf liegen, ertränken mĂĽssen: Geiz, unreines Verlangen, Lust zu stehlen, Eitelkeiten und Stolz, AusbrĂĽche von Zorn, Rachsucht, Neid, Eifersucht […]  

So ist es auch mit dem Mysterium des jüdischen Osterfestes: Man nannte das Lamm, dessen Blut diejenigen vor dem Tode bewahrte, die es anwendeten, „Paschalamm“ (Ex 12,21.23). In diesem Mysterium verlangt das Gesetz zusammen mit dem Lamm ungesäuertes Brot, ohne alten Sauerteig, zu essen, sodass das neue Leben auch nicht den kleinsten Rest von Sündhaftigkeit mehr in sich habe (1 Kor 5,7-8) […] So muss auch die ganze ägyptische Streitmacht, also jedwede Form von Sünde, ins Bad des Heiles wie in die Tiefe des Meeres versenkt werden und daraus wiederauftauchen: entblößt von allem, was nicht zu uns gehört.



 
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