«Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens.» Joh. 6,68



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Dienstag der 3. Fastenwoche
Kommentar zum heutigen Evangelium
Hl. Franz von Sales (1567-1622), Bischof von Genf und Kirchenlehrer
Predigt zum Karfreitag, 25/03/1622

Unserem Bruder von ganzem Herzen vergeben

Das erste Wort, das unser Herr am Kreuz sprach, war ein Gebet fĂŒr die, die ihn kreuzigten. Da tat er das, wovon der hl. Paulus berichtet: „Als er auf Erden lebte, hat er Gebete und Bitten dargebracht“ (vgl. Hebr 5,7). Gewiss, diejenigen, die unseren göttlichen Retter kreuzigten, kannten ihn nicht [...] denn hĂ€tten sie ihn gekannt, hĂ€tten sie ihn nicht gekreuzigt (1 Kor 2,8). Unser Herr sah die Unwissenheit und SchwĂ€che derer, die ihn folterten, und begann sie zu entschuldigen und fĂŒr sie seinem himmlischen Vater dieses Opfer darzubringen: denn Gebet ist Opfer [...]: „Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun“ (Lk 23,34). Welch große Liebe brannte im Herzen unseres sanftmĂŒtigen Retters, wenn er im Augenblick der grĂ¶ĂŸten Pein, als ihm die Heftigkeit seiner Qualen sogar die Kraft, fĂŒr sich selber zu beten, zu rauben schien – wenn er da sich selber vergessen konnte, nicht aber seine Geschöpfe! [...]

Er wollte uns dadurch das Ausmaß seiner Liebe zu uns verstĂ€ndlich machen, die durch keinerlei Leid schwĂ€cher werden konnte; und er wollte uns auch zeigen, wie unser Herz sein sollte gegenĂŒber unserem NĂ€chsten [...]

Der göttliche Herr nahm es auf sich, fĂŒr die Menschen um Verzeihung zu bitten, und war sich ganz sicher, dass ihm seine Bitte gewĂ€hrt wĂŒrde; denn sein göttlicher Vater ehrte ihn viel zu sehr, als dass er ihm eine Bitte hĂ€tte abschlagen können.





 
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