«Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens.» Joh. 6,68



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Montag der 1. Fastenwoche
Kommentar zum heutigen Evangelium
Hl. CÀsarius von Arles (470-543), Mönch und Bischof
25. Predigt

„Kommt her, die ihr von meinem Vater gesegnet seid, empfangt das Reich als Erbe“

Wenn wir genau hinschauen, meine BrĂŒder, dann ist es zu unserem Nutzen, wenn Christus in den Armen hungert [...] Schaut: ein Pfennig auf der einen Seite, das Reich Gottes auf der anderen. Was soll dieser Vergleich? Du gibst einem Armen eine kleine MĂŒnze und erhĂ€ltst von Christus das Reich; du gibst ein StĂŒck Brot und empfĂ€ngst dafĂŒr von Christus das ewige Leben; du gibst ein KleidungsstĂŒck und bekommst von Christus die Vergebung der SĂŒnden.

Verachten wir also die Armen nicht, wĂŒnschen wir uns vielmehr, dass es welche gibt, und versuchen wir, ihren Bitten zuvorzukommen. Das Elend der Armen ist nĂ€mlich die Arznei der Reichen, wie der Herr selber gesagt hat: „Gebt lieber als Almosen, was ihr habt; und siehe, alles ist fĂŒr euch rein“ (Lk 11,41), und weiter: „Verkauft euren Besitz und gebt Almosen!“ (Lk 12,33). Durch den Propheten ruft der Heilige Geist: „Wasser löscht loderndes Feuer und eine Liebestat sĂŒhnt SĂŒnden“ (Sir 3,30). Seien wir also mildtĂ€tig, liebe BrĂŒder, und handeln wir mit Christi Hilfe so, dass seine Zusage uns gilt, vor allem die Zusage, auf die ich euch schon hingewiesen habe: „Gebt, dann wird auch euch gegeben werden!“ (Lk 6,38), und auch: „Selig die Barmherzigen; denn sie werden Erbarmen finden“ (Mt 5,7).

Jeder soll nach seinen Möglichkeiten bestrebt sein, nicht mit leeren HĂ€nden in die Kirche zu kommen: Wer etwas bekommen möchte, muss auch etwas geben. Wer kann, soll die BlĂ¶ĂŸe des Armen mit einem neuen Gewand bedecken; wer dazu nicht in der Lage ist, der stelle wenigstens ein altes zur VerfĂŒgung. Wer glaubt, dass seine Mittel dazu nicht reichen, der möge ein StĂŒck Brot geben, einem Reisenden Obdach gewĂ€hren, ihm ein Bett bereitstellen und ihm die FĂŒĂŸe waschen, damit er es verdient, die Worte Christi zu vernehmen: „Kommt her, die ihr von meinem Vater gesegnet seid, empfangt das Reich als Erbe [...] Denn ich war hungrig und ihr habt mir zu essen gegeben; ich war durstig und ihr habt mir zu trinken gegeben; ich war fremd und ihr habt mich aufgenommen“. Meine geliebten BrĂŒder, wer keine Almosen gibt, ist nicht entschuldbar; denn Christus hat sogar fĂŒr einen Becher frischen Wassers einen Lohn versprochen (Mt 10,42).



 
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