«Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens.» Joh. 6,68














 
                    

Freitag, 03 November 2017

Sel. Rupert Mayer

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Sel. Rupert Mayer

Ordensmann, Priester

* 23. Januar 1876 in Stuttgart in Baden-Württemberg
† 1. November 1945 in München in Bayern

Am 23. Januar 1876 wurde Rupert Mayer am Stuttgarter Marktplatz, an  dem  seine Eltern ein Geschäft betrieben, geboren. Er und seine  fünf  Geschwister wuchsen in einem religiösen und weltoffenen Elternhaus  auf.  Nach dem Abitur 1894 begann Rupert mit dem Studium der Theologie  in  Fribourg/Schweiz, München und Tübingen. Am 2. Mai 1899 wurde er  in  Rottenburg zum Priester geweiht, im Oktober 1900 begann er sein  Noviziat  bei den Jesuiten. Wegen der Kulturkampfgesetze in Deutschland  musste er  seine gesamte Ordensausbildung in Österreich und den  Niederlanden  absolvieren.

Von 1906-1911 P. Rupert Mayer  mit der Durchführung von  Volksmissionen in Deutschland, Österreich, der  Schweiz und den  Niederlanden beauftragt. 1912 wurde er Seelsorger für  die Zuwanderer in  München - eine Aufgabe, die er mit großem Engagement  wahrnahm. Er  sammelte einen Kreis von Menschen verschiedenster Berufe um  sich,  machte Hausbesuche, vermittelte Arbeitsplätze und half aus  mancher Not.  Im Ersten Weltkrieg stand er als Divisionspfarrer den  Soldaten, die  ihn sehr schätzten, bei. 1916 erlitt er eine Verletzung,  infolge derer  das linke Bein amputiert werden musste.

In der politischen  unruhigen Zeit nach dem Ersten Weltkrieg rief er die Menschen zur  inneren Erneuerung,  zur Hinwendung auf Gott und zu gelebtem Christentum  auf. Er besuchte  politische Veranstaltungen aller Richtungen und  kirchenfeindlicher  Gruppen, kannte seine Gegner und konnte somit auf  Angriffe reagieren.  Der Männerseelsorger Mayer wurde 1921 von Kardinal  Faulhaber zum Präses  der »Marianischen Männerkongregation« ernannt,  deren Mitgliederzahl in  den folgenden Jahren deutlich anstieg. Rupert  Mayer machte sie zu einem  Zentrum einer neuen Großstadtseelsorge. Der  Caritasapostel und »15.  Nothelfer« Münchens half vielen Bedürftigen  auch materiell. Beispielhaft  für sein pragmatisches Handeln angesichts  der veränderten  Lebensgewohnheiten der Menschen waren die von ihm  initiierten seit 1925  sonntags gehaltenen Bahnhofsgottesdienste für die  Ausflügler.

Von großer Bedeutung war für den Seelsorger  Mayer immer die Glaubensverkündigung. Die  Menschen schätzten seine  deutlichen Worte zu aktuellen Problemen der  Zeit auf der Kanzel von St.  Michael und bei Versammlungen. So erkannte  er bereits in den 20er  Jahren die Gefahr, die vom Nationalsozialismus  ausging. Auch nach 1933  verteidigte er christliche Grundsätze und griff  somit die Machthaber  direkt an, wohl wissend, dass jedes seiner Worte  genau registriert  wurde. Stets ging es ihm um die Glaubensverkündigung  in Wort und Tat.  So stand er am 18. Mai 1935, als die Caritas-Sammlung  verboten wurde,  selbst mit der Sammelbüchse vor der St. Michaelskirche  und protestierte  bei den zuständigen Stellen. Im April 1937 erfolgte ein  Rede- und  Predigtverbot, am 5. Juni die Verhaftung, nachdem er mit  Billigung der  Ordensoberen weiter gepredigt hatte. Dies führte zur  Entrüstung unter  Münchens Katholiken. Am 4. Juli 1937 stieg Michael  Kardinal Faulhaber  auf die Kanzel von St. Michael, um in der Predigt  »Flammenzeichen  rauchen« beim Hauptkonvent der Männerkongregation die  Verdienste des  Bekenners Mayer zu würdigen und gegen die Verhaftung des  Männerapostels  zu protestieren. Nach einem Prozess im Juli 1937 vor dem  Sondergericht  München wurde P. Rupert Mayer verurteilt, jedoch  freigelassen.  Aufgrund weiterer Predigttätigkeit wurde er am 5. Januar  1938 verhaftet  und in Landsberg am Lech inhaftiert. Durch eine Amnestie  kam er am 3.  Mai 1938 frei. Obwohl er sich auf Weisung seines  Provinzials und des  Kardinals nun dem Predigtverbot fügte, kam es am 3.  November 1939 zu  einer dritten Verhaftung, weil er sich weigerte,  Auskunft über seine  Seelsorgegespräche zu geben. Nachdem sich sein  Gesundheitszustand im KZ  Sachsenhausen deutlich verschlechterte,  stimmten die Machthaber, die  aus ihm keinen Märtyrer machen wollten,  einer Isolation des Paters im  August 1940 in Ettal zu, wo er bis  Kriegsende lebte. Er fühlte sich als  sei er »lebend ein Toter«. Im Mai  1945 kehrte Rupert Mayer nach  München zurück, wo sich der unermüdlich  Scheinende für den geistigen  und materiellen Wiederaufbau Münchens  einsetzte. Diese aufopfernde  Tätigkeit hat ihn geschwächt. An  Allerheiligen 1945 erlitt P. Rupert  Mayer während seiner Predigt einen  Schlaganfall und verstarb wenig  später. Seine letzten Worte »der Herr«  bezeichneten die Mitte seines  Lebens.



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Alle unsere Anmutungen und Vorsätze,
alle unsere Schwierigkeiten und Versuchungen,
alle unsere Kämpfe und Leiden,
alle unsere Sorgen und Ängste
legen wir mit unermesslichem,
unerschütterlichem Gottvertrauen nieder
in das Herz unseres Erlösers.
Wenn Gott mit uns ist,
wer ist dann qegen uns?

P. Rupert Mayer







 
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