«Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens.» Joh. 6,68














 
                    

Samstag, 28 Oktober 2017

Alfred der Große

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Alfred der Große

König der (West-)Angelsachsen

 * 849 (?) in Wantage in der Grafschaft Berkshire in England
† 26. Oktober 900 in Winchester (?) in England

Ælfred, fünfter Sohn des Königs Æthelwulf von Wessex und seiner ersten Frau Osburg, wurde schon als Fünfjähriger von Papst Leo IV. in Rom zum König gesalbt, den Thron als König von Wessex bestieg er nach dem Tod seines Bruders Ethelred im Jahr 871. Wessex war das mächtigste der vier englischen Königreiche, er konnte sein Reich Wessex verteidigen und Teile Merciens unter seine Oherhoheit zu bringen. Verzweifelt kämpfte er gegen die andrängenden Dänen und Normannen. 878 zwang ihn ein überraschender Angriff der Dänen zur Flucht nach Athelney; er sammelte Truppen, besiegte dann die Dänen bei Edington. Sein besiegter Gegner, der dänische König Guthrum, ließ sich taufen und zog sich nach Ostanglien zurück. Ælfred ließ nun Befestigungswerke anlegen und entriss den Dänen 886 den wichtigen Handelsplatz London. Æthelred, der Fürst von Mercien, wurde sein Schwiegersohn und Stellvertreter und übernahm nach der Besetzung Londons dort die Herrschaft.

In einem Vertrag mit Guthrum um 886 trat Ælfred auf als Führer des ganzen englischen Volkes, auch als Schirmherr der Engländer unter dänischer Herrschaft; mit diesem Vertrag wurden ferner die Grenzen seines Herrschaftsgebietes festgelegt. Er organisierte das Heer und baute die erste englische Schiffsflotte, die die Küste gegen Überfälle verteidigen sollte, gilt deshalb als Vater der englischen Marine. Der letzte Abschnitt seiner Regierung war erneut durch Wikingerangriffe gekennzeichnet; es gelang ihnen aber nicht, Wessex einzunehmen, schließlich wurden sie von westsächsischen und mercischen Truppen überwunden.

Ælfred gründete Schulen und Klöster und war ein Förderer von Wissenschaft und Bildung, indem er lateinische Schriften übersetzen ließ und auch selbst übersetzte. Gelehrte aus dem Frankenreich lud er an seinen Hof, das domboc, die bekannteste angelsächsische Gesetzessammlung wurde von ihm angeregt - aus ihr wuchs das spätere Common Law. Ælfred selbst übersetzte die Cura Pastoralis, ein Lehrbuch für Prediger, von Gregor dem Großen, das erste Buch der Soliloquia, die Vorgängerschrift zu den Confessiones von Augustinus und die Consolatio Philosophiae von Boethius. Lange wurden auch die Spruchsammlung Proverbs of Ælfred und die Übersetzung der Kirchengeschichte des Beda Venerabilis ihm zugeschrieben.

Schon bald nach seinem Tod wurde Ælfred verehrt; den Beinamen der Große bekam er wohl erst im 16. Jahrhundert verliehen - nach seinem Vorbild, Kaiser Karl dem Großen.



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