«Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens.» Joh. 6,68














 
                    

Montag, 09 Oktober 2017

Abraham

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Abraham

Stammvater des Volkes Israel

* in Ur in Chaldäa, heute Ruinen bei Nasiriyah im Irak
lebte um 2000 v. Chr.

Abraham, Sohn des Tharah aus Ur in Chaldäa, war nach der Legende der Feldherr des Nimrod (Gen 10, 8). Im Vertrauen auf Gottes Geheiß verließ er Heimat und Sippe und wanderte mit seiner Frau Sara und seinem Neffen Lot aus mit unbekanntem Ziel in "das Land, das ich dir zeigen werde", so hatte ihm Gott versprochen; Gott verhieß ihm seinen Segen und reiche Nachkommenschaft (Gen 12, 1). Sie kamen nach Kanaan, wo Abrahm in Sichem - heute Ruinen in Tell Balata bei Nablus - und dann bei Bethel - dem heutigen Baytin - jeweils einen Altar errichtete. Durch eine Hungersnot gezwungen, zog er dann weiter nach Ägypten. Der Pharao begehrte Sara zur Frau, nachdem Abraham sie als seine Schwester ausgegeben hatte, aber Abraham klärte den Irrtum, wurde beschenkt und kehrte nach Kanaan zurück (Gen 12). Er trennte sich von Lot, der nach Sodom - wohl nahe dem heutigen Sedom in Israel - und Gomorrha zog, in Gefangenschaft des Königs von Sodom geriet und von Abraham befreit werden musste (Gen 13 und 14). Der Priesterkönig Melchisedek von Salem - dem späteren Jerusalem - trat Abraham am Abend nach der Schlacht mit Brot und Wein entgegen und segnete ihn (Gen 14) - die Gestalt des Melchisedek ist für christliche Leser des Alten Testaments ein Vorausbild Jesu Christi und der eucharistischen Gaben, vgl. auch Ps 100, 4: "Du bist Priester auf ewig nach der Ordnung  Melchisedeks."

Mehrere Verheißungen prophezeiten Abraham Nachkommen, aber Sara blieb unfruchtbar und gab Abraham ihre Magd Hagar, damit diese ihm Kinder schenke (Gen 16). Abraham erfuhr später von der Verderbnis der Stadt Sodom - wohl nahe dem heutigen Sedom in Israel - und trat fürbittend für die Gerechten der Stadt ein (Gen 18). Lot konnte deshalb das schon brennende Sodom verlassen; seine Frau, die sich verbotenerweise umwandte, erstarrte zur Salzsäule (Gen 19).

Abraham sah eines Tages drei Männer seinem Zelt nahen. Er erkannte sie als Engel Gottes, bat sie zur Fußwaschung und Rast unter seinen Baum, ließ eine Mahlzeit bereiten und erhielt die Prophezeiung, Sara werde trotz ihres hohen Alters noch einen Sohn gebären (Gen 18). Der Verheißung entsprechend wurde schließlich Isaak (s. 6. Oktober) geboren.

Als Isaak zum jungen Mann herangewachsen war, stellte Gott Abrahams Gehorsam auf die Probe: Auf Gottes Geheiß belud Abraham seinen Esel mit Holz, nahm Isaak mit nach Morija - der Überlieferung nach der heutige Tempelberg in Jerusalem -, baute einen Altar und legte Isaak als Opfer darauf. Im letzten Moment ließ Abraham auf das Wort der Stimme Gottes hin das Opfermesser sinken, erblickte einen Widder im Dorngesträuch hängen und opferte diesen (Gen 22). Dieser Gehorsam Abrahams ist besonders im Islam hoch geachtet; zum Gedenken wird das Opferfest Bairam als wichtigstes Fest der Muslime gefeiert, bei dem jede Familie ein Schaf schlachtet.

Abraham starb alt und lebenssatt mit 175 Jahren (7 x 5 x 5 - vgl. Zahlenmystik) und wurde von seinen Söhnen Isaak und Ismael neben Sara in der Höhle Machpela im späteren Hebron - dem heutigen Al Khalil in Palästina - bestattet (Gen 25).

Abraham gilt allen drei monotheistischen Religionen, Judentum, Christentum und Islam als Vater der Glaubenden.



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