«Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens.» Joh. 6,68














 
                    

Sonntag, 10 September 2017

Sel. Sebastian Kimura und Gefährten

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Sel. Sebastian Kimura

Ordenspriester, Märtyrer

* 1565 in Hirado in Japan

† 1622 in Nagasaki in Japan

Sebastian Kimura, geboren in Hirado in Kyushu, war der Enkel des ersten von Franz Xaver (hl., Gedenktag: 3.12.) getauften Japaners. Schon als Kind wollte er sich Gott zur Verfügung stellen und für die Kirche arbeiten, deshalb wurde er bereits mit 12 Jahren Laienhelfer bei den Jesuiten, mit 19 Jahren trat er in den Orden ein. Nach einjährigem Noviziat wird er nach Kyoto zum Predigen gesandt, 1587 kehrt er für seine weitere Ausbildung zurück nach Kyushu. Ab 1595 oder 96 studiert er in Macao Theologie, nach seiner Rückkehr 1601 wird er in Nagasaki zum Priester geweiht. Nun wirkt er an verschiedenen Orten in Kyushu. Zeitgenossen beschreiben ihn als ungewöhnlich eifrigen und pflichtbewussten Missionar, der auch in der allergrößten Arbeitsbelastung nie das Gebet vernachlässigte, dessen Bestreben es war, möglichst viele Menschen für Gott zu gewinnen; keine Gefahr konnte ihn von seinem Werk abhalten.  

1614 brach die zweite große Welle der Christenverfolgung in Japan aus (der ersten fielen u.a. Paul Miki und die 26 Märtyrer von Nagasaki zum Opfer, deren Gedenktag im deutschsprachigen Raum am 6. Februar gefeiert wird). Die Geschichte der Christenverfolgung in Japan weist viele Parallelen zur Christenverfolgung im Römischen Reich auf, u.a. darin, dass Christen als Staatsfeinde verfolgt wurden, auf Denunziation hin, dass die gefangenen Christen besonders grausam behandelt und hingerichtet wurden und dass die meisten - es waren mehrere tausend Opfer - mit Freude für ihren Glauben starben.

Pater Kimura konnte trotz der Verfolgung, wenn auch unter ständiger Lebensgefahr, noch im Untergrund wirken und 1620 sogar noch seine ewigen Gelübde ablegen. 1621 wurde er verraten und mit anderen verhaftet. Man brachte sie in ein Gefängnis in den Bergen, in dem schon andere Gefangene untergebracht waren. Auf einem Raum von ca. 35 qm wurden32 Menschen gefangen gehalten, unter unvorstellbaren hygienischen Bedingungen, die Ernährung war so berechnet, dass die Gefangenen am Leben blieben, aber ständig Hunger litten. Glaubwürdige Zeugen berichten, dass sie die Zeit im Gebet und mit geistlichen Gesprächen verbrachten. Ein Jahr lang dauerte der Zustand an.

Am 9. September 1622 wurden die Gefangenen nach Nagasaki gebracht, wo sie mit weiteren 20 Christen hingerichtet werden sollten. Am 10. September wurden 22 von ihnen durch ein ausgesucht langes und grausames Verfahren verbrannt (es dauerte zwei Stunden, bis alle starben), die anderen enthauptet. Es waren Ordensleute undn Katecheten, Ehepaare, Witwen, Jugendliche und kleine Kinder, eines erst fünf Jahre alt. Alle wollten lieber sterben, als ihrem Glauben abschwören. Das grausame Schauspiel wurde von mehreren hundert Menschen beobachtet, Christen und Nichtschristen.

Pater Sebastian Kimura war der letzte, der im Feuer starb. Berichten zufolge stand er zwei Stunden aufrecht und bewegungslos in den sich nähernden Flammen. Kurz vor dem Ende kniete er nieder und beugte das Haupt, um so dem Herrn, dem er gedient hatte, zu begegnen. Auch Nichtchristen seien überzeugt gewesen, dass nur die göttliche Gnade Sebastian Kimura und den anderen die Kraft gegeben habe, das Martyrium in dieser Haltung zu bestehen. 

Mit 204 anderen Märtyrern wurden Sebastian Kimura und seine Gefährten am 7. Juli 1867 von Papst Pius IX selig gesprochen.

     

 

   







 
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