«Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens.» Joh. 6,68














 
                    

Mittwoch, 16 August 2017

Hl. Theodor von Sitten

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Hl. Theodor

Bischof von Sitten

† um 400
† Mitte des 6. Jahrhunderts in der Schweiz
† Ende des 9. Jahrhunderts in der Schweiz

Drei gleichnamige Bischöfe von Sion / Sitten werden gemeinsam kultisch verehrt, ohne dass entschieden werden kann, welcher jeweils gemeint ist.

Der erste Theodor, wohl um 375 Bischof mit Sitz in Octodurum - dem heutigen Martigny - geworden, war der erste Bischof im Wallis. Er kannte Ambrosius von Mailand und nahm 381 an der Synode von Aquileia und 393 an der Synode von Mailand teil. Nach dem Zeugnis des Eucherius von Lyon fand er die Gebeine von Mauritius und dessen Gefährten und ließ für sie in Agaunum - dem heutigen St.Maurice - eine Basilika erbauen.

Der zweite Theodor nahm 519 an der Synode von Agaunum teil. Unter ihm wurde von Burgunderkönig Sigismund die Abtei St.Maurice über den Gräbern des Mauritius und seiner Thebäischen Legion gegründet. Damals wurde auch der Bischofssitz von Martigny nach Sion / Sitten verlegt, des ersten Theodor Gebeine wurden mitgenommen und auf dem Friedhof vor den Mauern der Stadt beigesetzt.

Der legendäre dritte Theodor oder Theodul, dessen Akten ein Mönch Ruodpertus im 11./12. Jahrhundert verfasste, soll 805 von Karl dem Großen die weltliche Herrschaft über das obere und untere Wallis erhalten haben.

Legenden berichten: Theodul habe ein ertrunkenes Kind zum Leben erweckt. Bei Missernten forderte Theodor die Winzer auf, ihm die leeren Fässer zu bringen; er legte in jedes Fass eine Beere, und die Fässer füllten sich. Eine Glocke hatte er in Rom vom Papst als Wetterglocke erhalten; ein Teufel, den er einem Besessenen ausgetrieben hatte, musste sie ihm über den Theodul-Pass bei Zermatt nach Sion / Sitten tragen; von dieser Sittener Wetterglocke wurden kleine Partikel entnommen und beim Guss weiterer Wetterglocken zugesetzt, damit die Fürsprache des Theodul beim Läuten vor einem drohenden Wetter hilfreich sein könne.

Ein andere Version der Begegnung mit dem Bösen erzählt, wie Theodul auf einem Spaziergang einer Horde kleiner Teufelchen begegnete; diese erzählten ihm erfreut, dass der Papst in Rom derzeit großer Versuchung unterliege und bald ihnen gehöre. Theodul erwiderte, er könne den Papst retten, wenn er in Rom anwesend sei, worauf die Teufelchen die Herausforderung annahmen und ihn nach Rom versetzten, wo Theodul den Papst rettete, der ihm zum Dank eine Glocke schenkte, welche die Teufelchen ins Wallis tragen mussten.

Am Ort der Verehrung Theodors in Sion / Sitten wurde im 8./9. Jahrhundert eine Krypta als Ziel von Wallfahrern gebaut, sie wurde bei der Erneuerung der Kirche nach 1514 zugeschüttet. Theodors Verehrung verbreitete sich vom Wallis über Savoyen nach Norditalien, nach Vorarlberg und über Engelberg in die deutsche Schweiz. Als Joder gehört Theodor zu den beliebtesten Schutz- und Kirchenpatronen im mittleren Alpenraum. Die Überlieferung von der Übergabe der weltlichen Macht durch Karl den Großen gehört zum Grundbestandteil des Walliser Selbstbewusstsein. Die Gebeine von Theodor wurden 1798 bei der Besetzung von Sion durch die Franzosen zerstört.



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