«Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens.» Joh. 6,68














 
                    

Dienstag, 08 August 2017

Hl. Mary MacKillop

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Hl. Mary MacKillop

Ordensgründerin

* am 15. Januar 1842 in Melbourne, Australien 
† am 8. August 1909 in Sidney, Australien 

Mary Helen MacKillop wurde als ältestes von acht Kindern der schottischen Einwanderer Alexander und Flora Hannah MacKillop, geb. MacDonald, geboren. Der Vater, der liebevoll und charakterlich untadelig, aber unfäig war, seine Familie zu ernähren, achtete auf eine gute Ausbildung seiner Ältesten, die er teils selbst unterrichtete, doch musste Mary schon mit 14 Jahren zum Lebensunterhalt beitragen; sie arbeitete als Verkäuferin, Lehrerin und Gouvernante und eröffnete sogar eine eigene kleine Internatsschule. Doch sehnte sie sich stets nach einem strengen religiösen Leben.

Als sie dem Priester Julian Tenison-Woods, Pfarrer in Penola in Südaustralien, begegnete, war sie sofort bereit, seinem Wunsch nachzukommen und eine neue Schwesternkongregation - die erste in Australien - zu gründen, das Ziel der Schwestern sollte sein, selbst arm zu leben und sich der Erziehung der Kinder der Armen und den Menschen in Not zu widmen. Am 19. März 1866 wurde die Kongregation der Schwestern des heiligen Josef vom Heiligen Herzen ("Sisters of St. Joseph of the Sacred Heart") in Penola gegründet, Mary war das erste Mitglied und die erste Oberin und nannte sich "Maria vom Kreuz" ("Mother Mary of the Cross"). Auch ihre Schwester Alexandrina schloss sich den Josefsschwestern an. Die Kongregation entwickelte sich rasch, dehnte sich im ganzen Süden Australiens und bis nach Neuseeland aus, zahlreiche Schulen und andere Einrichtungen entstanden. Doch wegen eines Streites zwischen Tenison-Woods und anderen Klerikern über Erziehungsangelegenheiten wurde Mary MacKillop beim Bischof angeschwärzt, der sie wegen "Ungehorsams" im September 1871 exkommunizierte. Zwar hob er fünf Monate später die Exkommunikation wieder auf, doch dem Orden und seinen Einrichtungen entstand großer Schaden. 

1873 reiste Mary nach Rom, um die päpstliche Approbation für ihre Gündung zu erlangen, die sie, neben einer ausdrücklichen Ermutigung von Papst Pius X., auch erhielt, doch die Regeln mussten grundlegend geändert werden. Vor ihrer Rückkehr besuchte sie zahlreiche Schulen in Europa und unterrichtete sich über Lehrmethoden. Mehrere Priester und 15 neue Schwestern für die Kongregation schlossen sich ihr bei ihrer Rückreise an. Wieder in Australien, wurde sie zur Generaloberin gewählt und gründete weitere Schulen, Konvente und soziale Einrichtungen für Obdachlose, für ehemalige Häftlinge und Prostituerte in Australien und Ozeanien, auch um alte Menschen, die in Armut lebten, kümmerten sich die Schwestern. Wieder gab es Konflikte, diesmal mit dem Bischof von Adelaide, der die Jurisdiktion der Oberin über ihre Konvente nicht anerkennen wollte. Sie wurde aus der Diözese verwiesen und verlegte das Generalat nach Sidney. Trotz aller Widerstände blühte die Kongregation, das unermüdliche Schaffen seiner Gründerin, die sich ebenso liebevoll wie energisch und mutig den Bedürftigen widmete, trug Früchte. 

1901 erlitt Maryauf einer Reise in Neuseeland einen Schlaganfall und war fortan an den Rollstuhl gefesselt. Trotzdem wurde sie wieder zur Generaloberin gewählt, ihr Geist und ihr Mut waren ungebrochen. Sie lernte mit der linken Hand zu schreiben und konnte so noch vielen ihrer Aufgaben bis zu ihrem Tod nachkommen.

Maria vom Kreuz ist heute in der Kapelle des Mutterhauses der Kongregation bestattet, ihr Grab ist eine beliebte Wallfahrtsstätte. Sie war auch eine der Schutzheiligen des Weltjugendtages 2008. 1995 wurde sie als erste und bisher einzige Australierin von Papst Johannes Paul II. seliggesprochen, Papst Benedikt XVI. sprach sie am 17. Oktober 2010 heilig.                 







 
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