«Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens.» Joh. 6,68














 
                    

Samstag, 29 Juli 2017

Hl. Maria von Betanien

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Hl. Maria von Betanien

Jüngerin Jesu

* um 1(?) in Betanien, heute al-Eizariya in Palästina
† im 1. Jahrhundert (?)

Maria war die Schwester der Marta und des Lazarus, der von Jesus nach drei Tagen vom Tod wiedererweckt wurde. Die drei Geschwister waren mit Jesus freundschaftlich verbunden. Als die Schwestern Jesus in ihrem Haus aufnehmen, setzt sich Maria Jesus zu Füßen und hört seine Lehre, was Marta veranlasst, sich bei Jesus zu beklagen, dass ihre Schwester sie bei der Vorbereitung des Gastmahls im Stich lasse. Jesus weist Marta darauf hin, dass sie sich zwar viel sorge, aber Maria "das Bessere" erwählt habe. Man hat in den beiden Frauen deshalb meist Sinnbilder für die beiden Seiten des christlichen Lebens gesehen: Marta steht für die vita activa (das aktive Leben) und Maria für die vita contemplativa (das betrachtende Lebens, ein Lebens im Gebet). Doch eigentlich geht es nicht um einen Gegensatz zwischen tätiger Nächstenliebe und Leben in Stille und Gebet; Jesus mahnt Marta nur, bei ihrer Arbeit und Sorge nicht IHN aus den Augen zu verlieren, der selbst "das Bessere" ist; in diesem Sinn hat Maria "das Bessere erwählt". (Lk 10, 38 - 42).

Nach dem Johannesevangelium salbte Maria Jesus die Füße mit kostbarem Öl und trocknete sie mit ihren Haaren, als er im Haus der Geschwister eingeladen war (Joh 12, 1-8). So brachte sie Jesus kurz vor seiner Kreuzigung große Ehrerbietung entgegen. Auf Kritik über diese "Verschwendung" antwortet Jesus, sie tue es für den Tag seines Begräbnisses. Auch das Markusevangelium (14, 3 - 9) und das Matthäusevangelium (26, 6 - 13) berichten, dass eine Frau Jesus salbte, was Proteste der Jünger, aber Anerkennung durch Jesus erfuhr - hier aber bleibt die Frau namenlos, für ihre Identifizierung mit Maria von Bethanien spricht nichts.

Ist es eine Verwechslung, dass Johannes Maria von Betanien zusammenbringt mit der namenlosen Sünderin, die Jesus die Füße salbte (vgl. Lk 7, 37 - 38)? Später wurde auch Maria Magdalena mit der ungenannten Sünderin identifiziert; die Verknüpfung der drei Frauen zu einer Person wurde schon 373 im Kommentar von Ephraim dem Syrer vollzogen. Origines trennte die Figuren, aber Papst Gregor der Große hat die Zusammenschau in seinen Auslegungen wieder bestätigt; sie ging von da in die Legenden und Vorstellungen ein.

Zu den Legenden über das weitere Schicksal der Maria von Betanien und ihre Verehrung siehe deshalb bei Maria Magdalena.



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