«Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens.» Joh. 6,68














 
                    

Dienstag, 30 Januar 2018

Sel. Maria Ward

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Hl. Maria Ward

Ordensfrau, Stifterin

* 1585 in Mulwith bei Newby in Yorkshire in England
† 30. Januar 1645 in York in England

Mary Ward wuchs zur Zeit der erbitterten Verfolgung der Katholiken in England auf; 1587 wurden Maria Stuart und zahlreiche römischer Priester hingerichtet, die Teilnahme an der katholischen Messe war strafbar. Als Mary 20 Jahre alt war, scheiterte ein Putsch der Katholiken, die so genannte Pulververschwörung. Nun wurden alle Katholiken zu einem antipäpstlichen Treueeid gezwungen und von Staatsämtern ausgeschlossen. Im selben Jahr lehnte Mary Ward die Heirat mit Edward Neville, der großen Hoffnung der katholischen Partei, ab: ihr Wunsch war, in ein Kloster einzutreten, was aber in England unmöglich war.

So wurde Mary 1606 Klarissin in St-Omer in Frankreich, war aber schon nach kurzer Zeit mit dem vorfindlichen Klosterleben nicht zufrieden. Sie stiftete deshalb von ihrem Vermögen ein eigenes Kloster in Flandern, nur für Engländerinnen, in dem die Ordensregel in ganzer Strenge angewandt wurde. Nach einiger Zeit ging sie nach England zurück und vermittelte unter Lebensgefahr illegale Kontakte zwischen Katholiken und Priestern. Mit einer Gruppe von Mädchen ging sie wieder nach Flandern und nahm einige katholische englische Mädchen als Schülerinnen mit. So entstand 1609 das Institut der englischen Fräulein, die sich zwar wie Ordensschwestern verhielten, sich aber gleichzeitig frei in der Stadt bewegten. Mary beschloss auf Grund einer Eingebung, die Ordensregel der Jesuiten anzunehmen. Nach der ersten vorläufigen schriftlichen Bestätigung der Regel durch Papst Paul V. im Jahr 1615 reist Mary dreimal nach Rom, um ihre Regel endgültig bestätigen zu lassen. Während dieser Reisen errichtete sie im Jahr 1621 Institute in Lüttich (Liège), Köln und Trier, 1622 in Rom, 1623 in Neapel, 1624 in Perugia, dann 1627 / 28 in München, Wien und Bratislava.

Die Bemühungen um Anerkennung des Instituts in Rom wurden dagegen nicht vom Erfolg gekrönt. Der Verzicht auf Klausur der Frauen und die Übernahme der Ordensregel der Jesuiten waren für die katholische Kirche nicht akzeptabel; vor allem der Seelsorge- und Bildungsauftrag der Jesuiten schien für Frauen unvorstellbar; dies führte 1625 zur Schließung der Häuser in Italien. Aus Rom vertrieben zogen die Englischen Fräulein nach Deutschland, wo der Dreißigjährige Krieg tobte. Papst Urban VIII. verbot 1631 durch eine der härtesten Bullen, die in der Kirchengeschichte bekannt sind, die Englischen Fräulein endgültig; die Gründerin wurde unter dem Verdacht der Häresie von 1632 bis 1637 in Rom festgehalten, davon neun Wochen inhaftiert, und von der Inquisition überwacht. Das Inquisitionsgericht endete zwar mit ihrer Rechtfertigung, aber das Werk Mary Wards blieb aufgehoben; 1639 kehrte sie krank nach England zurück, nachdem man ihr aus gesundheitlichen Gründen die Einreise in die Heimat erlaubt hatte.

In München und in Augsburg nahmen 1680 die Bischöfe die Arbeit der Institute unter ihren Schutz, weitere Filialen in anderen Diözesen folgten, 1686 wurde in England die erste katholische Schule seit der Reformation gegründet. Trotz der fehlenden offiziellen Anerkennung gedieh die Arbeit, 1703 wurden ein erster Teil der Regel anerkannt; 1749 anerkannte Papst Benedikt XIV. das Amt der Generaloberin, untersagte aber die Berufung auf die Gründerin. 1877 erhielt das Institut B.M.V. die endgültige päpstliche Anerkennung, seit 1909 darf Mary Ward wieder als Gründerin genannt werden; die Anerkennung der Arbeit unter der Regel der Jesuiten erfolgte aber erst 1978. Papst Pius XII. nannte die Ordensgründerin Mitte des 20. Jahrhunderts eine unvergleichliche Frau, die das katholische England der Kirche geschenkt hat.

Die heute weit verbreiteten Schulen der Englischen Fräulein halten noch immer die Jesuitenregeln. Der römische Zweig umfasst heute 21 Provinzen mit rund 2500 Mitgliedern in acht europäischen Ländern, dazu in Indien, Korea, Simbabwe, Brasilien, Argentinien und Chile; seit 2004 nennt er sich offiziell Congegratio Jesu um deutlich zu machen, dass es sich um den weiblichen Zweig der Jesuiten handelt; Mary Wards ursprüngliche Intention wurde nun Wirklichkeit. Der irische und nordamerikanische Zweig ist vereinigt unter dem Namen Loreto-Schwestern. Im Jahr 2008 gab es in Deutschland 35 Schulen des Instituts, dessen Schwestern sich außerdem in der Sozialarbeit engagieren.



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