«Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens.» Joh. 6,68














 
                    

Samstag, 24 Juni 2017

Hl. Johannes der Täufer

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Hl. Johannes der Täufer

Prophet, Täufer, Märtyrer

* 24. Juni 1 v. Chr. (?) in Ein Kerem bei Jerusalem (?) in Israel
† nach 29 in Jerusalem (?) in Israel

Johannes war der Sohn der Elisabet und des Zacharias. Die Ereignisse um seine Geburt werden von Lukas in der sogenannten Vorgeschichte erzählt (Lk 1,5-25; 57-80). Der schon alte Priester Zacharias, dessen Ehe lange kinderlos war, opferte im Tempel und erhielt durch den Erzengel Gabriel die Verheißung, dass ihm ein Sohn geboren werde. Zacharias zweifelte, bat um ein Zeichen und wurde vom Engel mit Stummheit geschlagen. Elisabet wurde schwanger. Als sie im sechsten Monat war, wurde ihrer Verwandten Maria durch denselben Erzengel Gabriel verkündet, dass sie den Erlöser zur Welt bringen werde.  Auch die Tatsache von Elisabet Schwangerschaft teilt der Engel Maria mit, und Maria "macht sich auf den Weg", um Elisabet zu besuchen und ihr beizustehen (Lk 1,26-38;39-56). Diesen Besuch Marias bei Elisabet feiern wir als Fest Mariae Heimsuchung, in Deutschland am 2. Juli. Das Kind Elisabets "hüpfte in ihrem Leib" beim Erscheinen Marias, Johannes, der künftige Vorläufer und Prophet, erkennt bereits im Mutterschoß den, auf den er später hinweisen wird, und seine Mutter Elisabet, erfüllt von Heiligen Geist, begrüßt Maria als Mutter des Erlösers. Nach der Geburt seines Sohnes schrieb Zacharias, befragt, wie das Kind heißen soll, den Namen auf eine Wachstafel; er erhielt seine Sprache zurück und pries Gott in dem im Lukasevangelium (1, 67 - 79) überlieferten Lobgesang, Benediktus genannt, nach seinem Anfangswort, das die Kirche jeden Tag in den Laudes (Morgenlob des Stundengebets) betet: "Benedictus Dominus Deus Israel - Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels ..."

Johannes trat erstmals im Herbst des Jahres 28 öffentlich als Bußprediger auf, darüber berichtet auch der römische Geschichtsschreiber Flavius Josephus. Er lebte als Asket in der Wüste, wo er mit rauhem Kamelhaar bekleidet, von Heuschrecken und wildem Honig ernährt (Mk 1, 6; Mt 3, 4) geschildert wird, was an Elija erinnert (Jesus nennt ihn selbst "Elija, der wiederkommen soll"). Er verkündete am Jordan das Kommen des von den Juden ersehnten Messias, vollzog zur Vorbereitung hierauf die Bußtaufe mit Wasser als Symbol für die Rettung im kommenden Weltgericht und versammelte eine Schar von Anhängern um sich. Dabei wurde er vom Fürsten Herodes bespitzelt, vorbeugend von Soldaten umgeben und von den Pharisäern zur Rede gestellt, ob er der Messias sei (Lk 3, 1 - 20). Die christliche Kirche sieht in ihm den letzten großen Propheten der biblischen Tradition.

Johannes taufte Jesus im Jordan, wahrscheinlich an der heute Qasr el Jahud genannten Stelle auf der Ostseite des Flusses nahe des Toten Meeres. Dabei wurde die besondere Sendung Jesu und seine Göttlichkeit zum ersten Mal offenbar: Aus dem Himmel erscholl eine Stimme: 'Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen gefunden.' (Lk 3, 24)

Von König Herodes Antipas wurde Johannes dann gefangen genommen, weil der ihm die unrechtmäßige Verbindung mit seiner Schwägerin Herodias öffentlich vorgehalten hatte. Die hasserfüllte Herodias bewegte ihre Tochter Salome, als diese dem von ihrem Tanz entzückten Vater einen Wunsch äußern durfte, Johannes' Haupt zu fordern. Er wurde enthauptet, Salome brachte ihrer Mutter das Haupt auf einer Schale (Mk 6, 14 - 29).

Nach syrischen Legenden begruben Andreas und Johannes den Leichnam in Samaria, dem heutigen Shomron /as-Samarah; dieses Grab wurde von Hieronymus bestätigt. Im 4. Jahrhundert wurde dort eine Kirche errichtet, deren Reste 1931 ausgegraben wurden. Die Städte Konstantinopel (das heutige Ístanbul), Damaskus und Emesa (das heutige Hims in Syrien) behaupteten, das Haupt des Johannes zu besitzen; Überlieferungen berichten die Verbrennung der Gebeine durch die Ungläubigen in Sebaste, dem heutigen Sivas in der Türkei, wobei aber einige Reliquien gerettet werden konnten.

In Ein Kerem, das der Geburtsort des Johannes gewesen sei, steht am angeblichen Platz seiner Geburt eine ihm geweihte Kirche, und am Ort der Begegnung seiner Mutter mit der Gottesmutter Maria die Kirche der Heimsuchung. Qumran am Toten Meer, berühmt durch die dort aufgefundenen Schriftrollen, das Kloster der jüdischen Sekte der Essener, war der Ort, von dem aus Johannes wohl sein Wirken begann. Unweit, wenige Kilometer nördlich vom Zufluss des Jordans ins Tote Meer, wird an der Qasr el Jahud genannten Stelle der Ort gezeigt, an der Johannes gepredigt und getauft habe und wo demnach, wie oben erwähnt, auch die Taufe Jesu erfolgte.

Reliquien von Johannes werden auch im Kloster Abu Makar in Ägypten verwahrt.

In der Legenda Aurea wird Johannes auch als Engel bezeichnet, nach Maleachi 3, 1: Siehe, ich sende meinen Engel vor mir her; in der östlichen Tradition wird er deshalb meist mit großen Flügeln dargestellt. Als Mittler im Jüngsten Gericht ist sein Platz traditionell zur Linken Christi.

Das Datum seines Gedenktages wurde entsprechend den Angaben des Lukasevangeliums (1, 26. 38) vom liturgischen Datum der Geburt Jesu her errechnet: drei Monate nach Mariä Verkündigung und sechs Monate vor Weihnachten. Das so errechnete (antike) Datum der Sommersonnenwende, der 24. Juni als längster Tag des Jahres und altes keltisches Sonnenwendfest war begründet auch in Johnnes' Hinweis auf Jesus: Jener muss wachsen, ich aber muss abnehmen. (Joh 3, 30). Auch der hl. Augustinus (354-430) kannte für Afrika dieses Datum. Neben Jesus und Maria ist Johannes der einzige, dessen Geburtstag gefeiert wird, woran seine besondere heilsgeschichtliche Bedeutung deutlich wird.

Johannis- oder Sonnwendfeuer werden weithin an diesem Tag abgebrannt; oft auch mit Tanz um das Johannisfeuer. Das vor allem auf Bergen stattfindende Feuer ist ein altes Symbol für die Sonne und damit für Christus. Seit dem 10. Jahrhundert war es üblich, dazu geweihten Wein zu trinken. Dem Volksglauben nach sollte das Johannisfeuer böse Dämonen und Hagelschäden abwehren. Das Johannisfeuer findet man fast über ganz Europa verbreitet; die südlichste Sonnenwendfeier mit Johannisfeuer war lange Zeit in Alicante, heute ist es in Torrevieja in Spanien. Mancherorts werden Brunnen und Quellen besonders geschmückt. Ein Feuersegen findet sich im deutschen Benediktionale der katholischen Kirche. Dem Johanniskraut, das um diese Jahreszeit blüht, schrieb man Abwehreigenschaften gegen Geister und Teufel zu. Die Johannisbeere hat ihren Namen, weil sie um diesen Tag ihre Reife erreicht; auch die Schwärme der Johanniskäfer, der Glühwürmchen, entfalten ihre Leuchtkraft in der Zeit um die Johannisnacht. Traditionell werden auch Rhabarber und Spargel bis zu diesem Tag geerntet.

 



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