«Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens.» Joh. 6,68














 
                    

Dienstag, 13 November 2018

Sel. Carl Lampert

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Sel. Carl Lampert

Priester, Märtyrer

* 9. Januar 1894 in Göfis bei Feldkirch in Österreich
† 13. November 1944 in Halle in Sachsen-Anhalt

Carl Lampert (* 9. Januar 1894 in Göfis; † 13. November 1944 im Zuchthaus „Roter Ochse“ in Halle (Saale)) war ein katholischer Geistlicher, der von den Nationalsozialisten hingerichtet wurde. Leben

Carl Lampert wurde am 9. Januar 1894 als jüngstes von sieben Kindern  des Bauern Franz Xaver Lampert und dessen Frau Maria Rosina Lampert  geboren. Er war Schüler der Volksschule in Göfis und des staatlichen Gymnasiums in Feldkirch.  Obwohl sein Vater früh starb, konnte Lampert dank der Förderung eines  Onkels die Schule weiter besuchen. Nach der im Jahr 1914 abgelegten Matura trat Lampert im Herbst desselben Jahres in das Fürsterzbischöfliche Priesterseminar in Brixen ein, wo er am 12. Mai 1918 von Bischof Franz Egger zum Priester geweiht wurde. Am 26. Mai 1918 feierte er seine Primiz.

Werdegang

Carl Lampert begann sein Wirken als Kaplan in Dornbirn, wo er sich vor allem um die Jugendarbeit bemüht machte. Im Jahr 1930 zog er mit der finanziellen Unterstützung von Bischof Sigismund Waitz nach Rom, um dort das Studium des Kirchenrechts aufzunehmen. Er bezog sein Quartier im Collegio Teutonico di Santa Maria dell’Anima, wo er bis 1935 lebte und als Sekretär an der Römischen Rota arbeitete. Im Jahr 1935 wurde er in den Rang eines Advokaten erhoben und zum Monsignore ernannt.

Am 1. Oktober 1935 trat Lampert seine Stelle in der Diözese Innsbruck  an. Hier sollte er auf Geheiß von Bischof Waitz den Aufbau des  kirchlichen Gerichts überwachen, eine eher administrative Aufgabe. Auch  war er Geistlicher im Innsbrucker Priesterseminar sowie ab 1936  Präsident des katholischen Verlagshauses Tyrolia. Mitte der 1930er Jahre war Lampert kurzzeitig als möglicher Diözesanbischof von Innsbruck im Gespräch, doch Papst Pius XI. entschied anders und ernannte am 15. Oktober 1938 den jüngeren Geistlichen Paulus Rusch zum Apostolischen Administrator. Lampert wurde am 15. Januar 1939 zum Provikar ernannt und somit zu Ruschs Stellvertreter.

Leidensweg

Durch einen „Führerbefehl“, wonach Bischöfe von der  NS-Gerichtsbarkeit nicht zu belangen seien, kam bald Provikar Lampert in  den Fokus des Regimes. Gauleiter Franz Hofer,  der eine rigorose Anti-Kirchen-Politik in seinem Gau verfolgte, ließ  bald darauf Klöster schließen und Ordensleute verhaften, darunter im  November 1938 das Canisianum und in den ersten Märztagen des Jahres 1940 auch das Kloster der Ewigen Anbetung in Innsbruck.  Da die Nonnen sich den Anordnungen widersetzten, machte Gauleiter Hofer  Provikar Lampert dafür verantwortlich und ließ ihn am 4. März 1940  festnehmen. Nach zehn Tagen Haft im Polizeigefängnis Innsbruck-Adamgasse wurde Lampert am 14. März 1940 wieder auf freien Fuß gesetzt.

Ein Bericht in Radio Vatikan,  der am 23. März 1940 in deutscher Sprache gesendet wurde, und in dem  die Situation der Kirche und die Repressalien des NS-Regimes gegenüber  den Geistlichen in der Diözese Innsbruck zur Sprache kamen, brachte  Provikar Lampert erneut ins Gefängnis. Die Gauverwaltung vermutete in  Lampert einen Spitzel für die Vatikanstadt. Allerdings kam er erneut nach relativ kurzer Zeit wieder frei.

Beim nächsten Mal hatte Lampert jedoch nicht mehr Glück. 1939 war der Pfarrer von Götzens, Otto Neururer ins KZ Dachau  deportiert worden. Lampert hatte vergeblich versucht, Neururer  freizubekommen, zumal sein Kollege gesundheitlich angeschlagen war. Am  30. Mai 1940 wurde Neururer im KZ Buchenwald  ermordet. Das Regime sandte Neururers Asche nach Götzens mit dem Ziel,  diese anonym zu bestatten. Als Lampert jedoch eine Todesanzeige in einer  Kirchenzeitung veröffentlichen ließ, in der auch Neururers Todesort  angeführt wurde, ließ man ihm am 5. Juli 1940 wegen Verstoßes gegen die NS-Geheimhaltungsvorschriften erneut verhaften.

Carl Lampert wurde am 25. August 1940 nun auch nach Dachau deportiert. Am 1. September 1940 folgte der Transport ins KZ Sachsenhausen bei Berlin.  Hier wurde er der Strafkompanie zugeteilt, einem Trupp, in dem er harte  körperliche Arbeit verrichten musste. Dennoch hielt er an seinem  Glauben fest, wie ein Treffen Lamperts mit dem ebenfalls in  Sachsenhausen inhaftierten Innsbrucker Caritasdirektor Josef  Steinkelderer beweist. Dieser flüsterte Lampert zu: Martyres sumus (Märtyrer sind wir), worauf Lampert antwortete: In Christi nomine pro ecclesia (Im Namen Christi für die Kirche).

Nach drei Monaten in Sachsenhausen wurde Lampert am 15. Dezember 1940  zurück nach Dachau deportiert, wo er noch weitere acht Monate  inhaftiert blieb. Am 1. August 1941 wurde er zwar freigelassen, wurde  jedoch mit einem Betretungsverbot des Reichsgaus Tirol-Vorarlberg belegt.

Lampert zog daraufhin am 16. August 1941 nach Stettin, wo er im Carolusstift erneut als Seelsorger wirkte und auf diese Weise versuchte, geistlichen Widerstand gegen den Nationalsozialismus zu leisten. Auch arbeitete er als Geistlicher in einem Lazarett, in Swinemünde und in Parchim.

Was Lampert jedoch nicht wusste, war, dass die Gestapo einen Spitzel auf ihn angesetzt hatte. Ingenieur Hagen sei ein nazifeindlicher und tiefreligiöser Mensch auf der Suche nach  Spiritualität. In Bibelstunden und Diskussionsrunden erschlich sich Hagen das Vertrauen von Lampert. In Wahrheit handelte es sich jedoch bei Hagen um Franz Pissaritsch, einen Anwärter um die Aufnahme in die Waffen-SS.  Pissaritsch versuchte Lampert zu Aussagen gegen das NS-Regime zu  bewegen, worauf Lampert jedoch kaum einging. Als er nach einigen Monaten  Spionagetätigkeit noch keine konkreten Beweise sammeln konnte,  konstruierte Pissaritsch ein Komplott, wonach Lampert Feindsender  abgehört hätte und durch Aussagen die Wehrkraft zersetzt hätte.

Dieses Protokoll war die Grundlage zu einer Verhaftungswelle, bei der  am 4. Februar 1943 etwa 40 Geistliche und Ordensschwestern verhaftet  wurden, darunter auch Carl Lampert. In den kommenden Monaten wurde  Lampert intensiven Verhören und Folterungen unterworfen. Zwei Auszüge  aus den Protokollen zeugen von Lamperts Standhaftigkeit.

  • Vorsitzender Trettin: „Herr Lampert, sind Sie doch  vernünftig, verlassen Sie die Kirche und das Priestertum. Das ist doch  alles nur Hokuspokus. Zeugen Sie Kinder für den Führer Adolf Hitler. Ich werde Ihnen einen guten Posten verschaffen!“
  • Lampert: „Herr Kommissar, ich liebe meine Kirche. Ich bleibe  meiner Kirche treu und auch dem Priesteramt: Ich stehe für Christus und  liebe seine Kirche!“
  • Frage: „Was schätzen Sie höher: das Evangelium oder Hitlers ,Mein Kampf'?“
  • Lamperts Antwort: „Das Evangelium ist Gottes Wort und  verkündet die Liebe. Das Buch des Herrn Hitler ist das Werk eines  Menschen und predigt den Hass!“

Der Prozess gegen Lampert und zwei weitere Priester, Pater Friedrich Lorenz und Kaplan Herbert Simoleit wurde im Dezember 1943 vor dem Reichskriegsgericht in Halle (Saale) eröffnet. Selbst vor Gericht erschien SS-Mann Pissaritsch unter seinem falschen Namen Ingenieur Hagen um durch seine Aussagen die Anklage zu bekräftigen.

Lampert wurde am 20. Dezember 1943 erstmals für schuldig befunden.  Wegen gerichtsinternen Streitigkeiten − es gab Richter die sich für die  Todesstrafe aussprachen, andere plädierten wegen Lamperts Glauben für  eine lange Haftstrafe – wurde das Todesurteil nicht unterzeichnet. Am  14. Januar 1944 wurde der Prozess an das Reichskriegsgericht in Torgau  delegiert, wohin Lampert deportiert wurde. Sieben Monate verbrachte er  nahezu in Isolationshaft. Das Urteil wie es in Halle gefällt wurde,  wurde am 27. Juli 1944 in allen Punkten bestätigt. In der Nacht bevor  Generalstabsrichter Werner Lueben das Urteil unterzeichnen hätte müssen, beging dieser am Morgen des 28. Juli 1944 Suizid. Eine seiner letzten Aussagen war:  „Es handelt sich in diesem Fall weder um „Verbrecher“  noch um `asoziale Elemente'. Ihre einzige Tragik ist es, dass sie  katholische Priester sind!“

Mit neuen Richtern versehen kam es zu einem dritten Prozess gegen  Lampert der am 8. September 1944 mit Pater Friedrich Lorenz und Kaplan  Herbert Simoleit erneut zum Tod verurteilt wurde.

Am 13. November 1944 wurden Lampert und die mit ihm Verurteilten ins Zuchthaus Roter Ochse nach Halle gebracht. Hier wurde er um 16:00 Uhr durch das Fallbeil hingerichtet.

Die Urne mit seiner Asche wurde zunächst in Halle beigesetzt und erst  nach dem Krieg, 1948, in seine Vorarlberger Heimatgemeinde Göfis überstellt.

Am 13. November 2011 wurde Carl Lampert in der Stadtpfarrkirche St. Martin in Dornbirn durch Karsinal Angelo Amato seliggesprochen.



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