«Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens.» Joh. 6,68














 
                    

Dienstag, 04 Dezember 2018

Sel. Adolph Kolping

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Sel. Adolph Kolping

Priester, Vereinsgründer

* 8. Dezember 1813 in Kerpen bei Köln in Nordrhein-Westfalen
† 4. Dezember 1865 in Köln in Nordrhein-Westfalen

Adolph Kolping wuchs als Kind eines armen Schäfers auf, lernte das Schuster-Handwerk und kam als 18jähriger Geselle nach Köln. Entsetzt über die menschenunwürdigen Lebensbedingungen in der Stadt, beschloss er Priester zu werden und zu helfen. Deshalb ging er mit 23 Jahren noch auf ein Gymnasium, studierte dann Theologie in München und Bonn, wurde 1845 zum Priester geweiht und als Kaplan und Religionslehrer in Elberfeld, heute Stadtteil von Wuppertal, eingesetzt. Hier begann er sein Werk als ,,Gesellenvater", 1847 wurde er Präses des von einem Kölner Lehrer gegründeten Vereins für junge Gesellen in Elberfeld.

1849, gerade als Vikar an den Dom in Köln versetzt, gründete Adolph Kolping den Kölner Gesellenverein, eine Selbsthilfeorganisation, die durch soziale Unterstützung sowie mit Freizeit- und Bildungsangeboten verhindern wollte, dass unselbständige Handwerker ins Proletariat abrutschen und sich dem Christentum entfremden. Die Gesellenvereine sollten wandernden Handwerkern eine Art Familienersatz bieten; die Wandergesellen sollten menschliche Zuwendung erfahren und zu ,,tüchtigen Christen und Geschäftsleuten" erzogen werden. Schon 1850 hatte der Verein 500 Mitglieder; es folgten weitere Vereine dieser Art im Rheinland und in Westfalen. 1853 wurde in Köln das erste Gesellenhaus eröffnet, um den wandernden Arbeitern eine ordentliche Unterkunft zu bieten und um Weiterbildung als "Akademie im Volkston" anzubieten. Kolping sorgte auch für die Betreuung erkrankter Gesellen und stellte sich selbst als Seesorger für die Cholerakranken zur Verfügung. 

Kolping war auch vielfach publizistisch tätig, um die soziale und seelische Not vieler aufzuzeigen und zur Hilfe aufzurufen. 1854 gründete Kolping mit den "Rheinischen Volksblättern" seine eigene Wochenzeitung, die schnell zu einem der erfolgreichsten katholischen Presseorgane jener Zeit wurde. Mit einem erfolgreichen "Volkskalender" und seinen Geschichten wurde er zu einem der bedeutendsten katholischen Volksschriftsteller des 19. Jahrhunderts. 1862 wurde Kolping Rektor der Minoritenkirche in Köln und noch im selben Jahr zum "päpstlichen Geheimkämmerer" ernannt. 

Sein Lebenswerk erscheint angesicht der Tatsache, dass er von Jugend an immer wieder von schweren Krankheiten heimgesucht war, wie ein Wunder. Mit nicht ganz 52 Jahren starb er nach einem Leben für andere. Papst Johannes Paul II, der ihn 1991 selig sprach, sagte über ihn: "Solche Leitbilder wie Adolph Kolping brauchen wir für die Kirche von heute."

Bei Adolph Kolpings Tod gab es fast 200 Ortsvereine mit 25.000 Mitgliedern, im Jahr 1879 zählten die Gesellenvereine bereits 70.000 Mitglieder; schließlich entstand das Kolpingwerk, das heute weltweit in 30 Ländern vertreten ist und über 350.000 Mitglieder hat. Nach der Unterdrückung des Verbandes im Nationalsozialismus war der Wiederaufbau des deutschen Kolpingswerkes schwierig, erst in den letzten Jahren gab es wieder einen Mitgliederzuwachs. Das Kolpingwerk heute:"Wir sind ein Verband von engagierten Christen, offen für alle Menschen, die auf der Grundlage des Evangeliums und der christlichen Gesellschaftslehre Verantwortung übernehmen wollen... Wichtiges Akzente unserer Arbeit sind Familie und das generationsübergreifende Engagement , lebenslanges Lernen, die Arbeitswelt, gesellschaftliche Mitwirkung und Engagement für die Eine Welt." (Bundessekretär Ulrich Vollmer gegenüber "Die Tagespost", 7. Dezember 2013  







 
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