«Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens.» Joh. 6,68



Jeden Tag das
Evangelium des Tages
per Email erhalten:
(kostenlos)


Ihre E-Mail Adresse:


E-Mail bestätigen:

















 

Samstag der 5. Woche im Jahreskreis
Kommentar zum heutigen Evangelium
Hl. Ambrosius (um 340-397), Bischof von Mailand und Kirchenlehrer
Lukaskommentar, 6. Buch, 73-87 (vgl. Bibliothek der Kirchenväter, München 1915)

Ich will sie nicht hungrig wegschicken, sonst brechen sie unterwegs zusammen

„Ich will sie nicht ungespeist entlassen!“ Sage mir auch den Grund, warum Du sie nicht ungespeist entlassen willst! Doch ja, Du hast ihn schon ausgesprochen. Entlässt Du einen ungespeist, erliegt er auf dem Weg, das heißt: auf dieser Lebensbahn, oder aber bevor er an das Ziel des Weges gelangt, bevor er zum Vater gelangt und erkennt, dass Christus aus dem Vater, erkennt, dass Christus aus dem Himmel stammt […]

Der Herr also erbarmt sich, daß niemand auf dem Weg erliege […] So bietet denn der Herr Ungerechten und Gerechten seine Speise dar, wie er auch über Gerechte und Ungerechte regnen lässt (Mt 5,45). Wanderte nicht der heilige Elija in der Kraft der Speise, da er auf dem Weg bereits verschmachtete, vierzig Tage lang, und reichte nicht ein Engel ihm jene Speise (1 Kön 19,8)? Wenn aber Jesus dich speist, und du die empfangene Speise aufbewahrst, wirst du nicht nur vierzig Tage und vierzig Nächte wandern, sondern […] vierzig Jahre lang, bis du aus Ägyptens Marken fortziehend zu einem weit ausgedehnten Land gelangst, zu einem Land, das von Honig und Milch fließt (Ex 3,8) […]

Es lässt nun der Herr Jesus die Speisen austeilen. Und zwar will er seinerseits sie allen mitteilen, keinem sie vorenthalten; denn er ist der Geber für alle. Aber mag er auch die Brote brechen und den Jüngern reichen: wenn du deine Hände nicht ausstreckst, um die Speise dir entgegenzunehmen, wirst du auf dem Weg erliegen. […] Dieses Brot dagegen, welches Jesus bricht, ist mystisch Gottes Wort und die Lehre von Christus: es mehrt sich beim Austeilen. Mit wenigen Worten bot er ja allem Volk überreiche Nahrung. Er gab uns seine Worte wie Brot, das sich beim Genuss in unserem Munde verdoppelt. […] Zweifle nicht, dass die Speise, sei es in den Händen derer, die sie reichen, sei es im Mund derer, die sie genießen, sich mehrt!



 
©Evangelizo.org 2001-2018