«Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens.» Joh. 6,68



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5. Sonntag im Jahreskreis
Kommentar zum heutigen Evangelium
Hl. Bernhard (1091-1153), Zisterziensermönch und Kirchenlehrer
1. Predigt zur Ankunft des Herrn, 7-8 (Übers. aus: Bernhard von Clairvaux: SĂ€mtliche Werke lat./dt. Innsbruck: Tyrolia, 1996. Bd. 7, S. 69-71)

„Jesus fasste sie an der Hand und richtete sie auf“

Wie wunderbar ist doch die Herablassung Gottes, der den Menschen sucht, wie groß die WĂŒrde des Menschen, der so gesucht wird! [...] O Herr, „was ist der Mensch, dass du ihn so hoch achtest und deinen Sinn auf ihn richtest?“ (Ps 143(144),3; Ijob 7,17).
Doch möchte ich begreifen, was es bedeutet, dass jener zu uns gekommen ist. Warum sind nicht vielmehr wir zu ihm gegangen? Es war doch unsere Not; auch ist es nicht Gewohnheit der Reichen, zu den Armen zu kommen, selbst dann nicht, wenn sie ihnen etwas gewĂ€hren wollen. Gewiss, meine BrĂŒder, viel eher hĂ€tten wir zu ihm kommen mĂŒssen, aber es gab ein doppeltes Hindernis. Unsere Augen waren nĂ€mlich in Finsternis gehĂŒllt, jener aber wohnt in unzugĂ€nglichem Licht (1 Tim 6,16); auch lagen wir gelĂ€hmt im Krankenbett und konnten uns nicht zu jener göttlichen Erhabenheit aufrichten. Deshalb stieg der Erlöser und Seelenarzt voll GĂŒte von seiner Höhe herab und milderte fĂŒr unsere schwachen Augen seinen strahlenden Glanz. Er umgab sich gleichsam mit dem GehĂ€use einer Laterne, das heißt mit jenem herrlichen und von jedem Makel freien Leib, den er annahm.



 
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