«Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens.» Joh. 6,68



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Mittwoch der 4. Woche im Jahreskreis
Kommentar zum heutigen Evangelium
Hl. Augustinus (354-430), Bischof von Hippo (Nordafrika) und Kirchenlehrer
VortrĂ€ge ĂŒber das Johannes-Evangelium 25, 15.16 (vgl. Bibliothek der KirchenvĂ€ter, MĂŒnchen 1913-1914)

„Ist das nicht der Zimmermann?“

Wenn wir nun durch Hochmut hinausgeworfen werden, so kehren wir durch Demut wieder zurĂŒck. [...] Wie der Arzt, nachdem er die Diagnose gestellt hat, die Ursache entfernt, so heile auch du die Ursache des Übels, heile den Hochmut, und es wird keine Ungerechtigkeit mehr geben. Damit also die Ursache aller Krankheiten, das ist der Hochmut, geheilt wĂŒrde, stieg der Sohn Gottes herab und wurde demĂŒtig. Was bist du hochmĂŒtig, o Mensch? Gott ist deinetwegen demĂŒtig geworden. Du könntest dich vielleicht schĂ€men, einem demĂŒtigen Menschen nachzuahmen, so ahme doch wenigstens den demĂŒtigen Gott nach. Der Sohn Gottes kam in Menschengestalt und wurde demĂŒtig; es wird dir befohlen, demĂŒtig zu sein, es wird dir nicht befohlen, aus einem Menschen ein Tier zu werden; er, Gott, ist Mensch geworden, du, Mensch, erkenne, dass du ein Mensch bist; deine ganze Demut geht darauf hinaus, dass du dich erkennest.

Weil Gott die Demut lehrt, hat er gesagt: „Ich bin nicht gekommen, meinen Willen zu tun, sondern den Willen dessen, der mich gesandt hat.“ DemĂŒtig kam ich, Demut zu lehren kam ich, als Lehrer der Demut kam ich; wer zu mir kommt, wird mir einverleibt; wer zu mir kommt, wird demĂŒtig; wer mir anhĂ€ngen wird, wird demĂŒtig sein, weil er nicht seinen Willen tut, sondern den Willen Gottes, und deshalb wird er nicht hinausgeworfen werden (vgl. Joh 6,37), weil er, als er hochmĂŒtig war, hinausgeworfen wurde.



 
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