«Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens.» Joh. 6,68



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Dienstag der 2. Woche im Jahreskreis
Kommentar zum heutigen Evangelium
Benedikt XVI., Papst von 2005-2013
Apostolisches Schreiben „Sacramentum caritatis“ §72 (© Liberia Editrice Vaticana)

„Der Herr ĂŒber den Sabbat“: Die von Christus gebrachte Befreiung

Diese radikale Neuheit, die die Eucharistie in das Leben des Menschen hineintrĂ€gt, ist dem christlichen Bewußtsein von Anfang an offenbar geworden. Die GlĂ€ubigen haben sofort den tiefen Einfluß wahrgenommen, den die Eucharistiefeier auf ihren Lebensstil ausĂŒbte. Der hl. Ignatius von Antiochien drĂŒckte diese Wahrheit aus, indem er die Christen als diejenigen bezeichnete, „die zur neuen Hoffnung gelangt sind“, und er stellte sie als diejenigen dar, die „sonntĂ€glich leben“ (iuxta dominicam viventes). Diese Formulierung des großen antiochenischen MĂ€rtyrers hebt die Verbindung zwischen der eucharistischen RealitĂ€t und der christlichen Existenz in ihrer AlltĂ€glichkeit klar hervor. Die charakteristische Gewohnheit der Christen, sich am ersten Tag nach dem Sabbat zu versammeln, um die Auferstehung Christi zu feiern, ist – nach dem Bericht des heiligen MĂ€rtyrers Justin – auch das Faktum, welches die Lebensform bestimmt, die durch die Begegnung mit Christus erneuert ist.

Die Formulierung des hl. Ignatius – „sonntĂ€glich leben“ – unterstreicht auch den paradigmatischen Wert, den dieser heilige Tag fĂŒr jeden anderen Tag der Woche besitzt. Er zeichnet sich nĂ€mlich nicht aufgrund der bloßen Unterbrechung der ĂŒblichen TĂ€tigkeiten aus, wie eine Art Parenthese im gewöhnlichen Rhythmus der Tage. Die Christen haben diesen Tag immer als den ersten Tag der Woche empfunden, weil an ihm das GedĂ€chtnis der von Christus gebrachten radikalen Neuheit gehalten wird. Darum ist der Sonntag der Tag, an dem der Christ jene eucharistische Form seines Lebens wiedererlangt, nach der stĂ€ndig zu leben er berufen ist. „SonntĂ€glich leben“ heißt, im Bewußtsein der von Christus gebrachten Befreiung zu leben und das eigene Dasein zu entfalten als Selbsthingabe an Gott, damit sein Sieg durch ein von innen her erneuertes Verhalten allen Menschen gĂ€nzlich offenbar werde.







 
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