«Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens.» Joh. 6,68



Jeden Tag das
Evangelium des Tages
per Email erhalten:
(kostenlos)


Ihre E-Mail Adresse:


E-Mail bestätigen:

















 

Mittwoch der 1. Woche im Jahreskreis
Kommentar zum heutigen Evangelium
Hl. Augustinus (354-430), Bischof von Hippo (Nordafrika) und Kirchenlehrer
Erklärung zu Psalm 85; CCL 30, 1176

„Er ging an einen einsamen Ort, um zu beten“

Gott hätte den Menschen kein größeres Geschenk machen können als seinen Logos, sein Wort, durch das er alle Dinge erschaffen hat. Er hat ihn zu ihrem Meister gemacht, das heißt zu ihrem Haupt, und sie zu seinen Gliedern (vgl. Eph 5,23.30), damit er zugleich Gottessohn und Menschensohn sei: Wahrer Gott mit dem Vater, wahrer Mensch mit den Menschen. Er hat uns dies zum Geschenk gemacht, damit wir, wenn wir unser Gebet an Gott richten, seinen Sohn nicht davon ausnehmen, und damit während des Betens der Leib des Sohnes sich nicht von seinem Meister trennt, damit nämlich der wahre Erlöser seines Leibes, unser Herr Jesus Christus, der Sohn Gottes, derjenige sei, der gleichsam für uns betet, in uns betet und zu dem wir beten.

Er betet für uns als unser Priester, er betet in uns als unser Meister, als Haupt unseres Leibes ‒ wir beten zu ihm als unserem Gott. Erkennen wir also dankbar unsere Worte in ihm und seine Worte in uns wieder […] Er hat nicht gezögert, sich mit uns zu vereinen. Die ganze Schöpfung ist ihm unterworfen, weil alle Schöpfung durch ihn geschaffen wurde: „Im Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott und das Wort war Gott. Dieses war im Anfang bei Gott. Alles ist durch das Wort geworden und ohne es wurde nichts, was geworden ist“ (Joh 1,1–3). […] Aber auch danach, wenn wir in der Hl. Schrift die Stimme desselben Christus vernehmen, wie er stöhnt, betet, bekennt, dann sollten wir nicht zögern, jene Worte auf ihn zu beziehen. Ob wir nun den betrachten, „der Gott gleich war, Knechtsgestalt annahm, den Menschen gleich wurde und sich erniedrigte, indem er gehorsam wurde bis zum Tod“ (vgl. Phil 2,6–8). Ob wir ihn hören, ans Kreuz gehängt, wie er sich das Gebet eines Psalms zu eigen macht […]: Wir beten also zu Christus, in seiner Eigenschaft als Gott, während er in seiner Eigenschaft als Knecht betet; auf der einen Seite der Schöpfer, auf der anderen ein Mensch, eins mit der Schöpfung, mit uns den einen Menschen bildend – Er das Haupt und wir der Leib. Wir beten also zu ihm, und wir beten durch ihn und in ihm.



 
©Evangelizo.org 2001-2018