«Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens.» Joh. 6,68



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Fest Taufe des Herrn
Kommentar zum heutigen Evangelium
Hl. Hieronymus (347-420), Priester, Bibelübersetzer und Kirchenlehrer
Homilie zum Markusevangelium, 1. Kapitel, SC 494

Die Taufe Jesu

„Und er ließ sich von Johannes im Jordan taufen“. Groß ist sein Erbarmen: der ohne Sünde war, wird wie ein Sünder der Taufe unterzogen. Mittels der Taufe des Herrn werden alle Sünden reingewaschen. Doch ist in dieser Taufe die wahre Taufe unseres Herrn nur vorgebildet, denn die wahre Vergebung der Sünden vollzieht sich im Blut Christi, im Geheimnis der Hl. Dreifaltigkeit.

„Als er aus dem Wasser stieg, sah er, dass der Himmel sich öffnete“. All das ist für uns niedergeschrieben. Also bevor wir die Taufe erhalten, haben wir verschlossene Augen, sehen wir nicht die himmlische Wirklichkeit.

„[...] und der Geist wie eine Taube auf ihn herabkam. Und eine Stimme aus dem Himmel sprach: ‚Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Gefallen gefunden.‘“ Wir schauen auf das Geheimnis der Hl. Dreifaltigkeit: Jesus wird getauft, der Hl. Geist kommt herab in der Gestalt einer Taube, der Vater spricht aus dem Himmel.

„Er sah den Himmel offen“. Der Ausdruck „er sah“ zeigt, dass die anderen nichts sahen. Und man möge sich die Himmel nicht etwa konkret und körperlich offen vorstellen: wir selbst, die jetzt an diesem Ort versammelt sind, sehen ja je nach Maßgabe unserer Tugenden, den Himmel offen oder verschlossen. Ein vollkommener Glaube sieht den Himmel offen, doch einem zweifelnden Glauben bleibt er verschlossen.

„Ich sah, dass der Geist vom Himmel herabkam wie eine Taube und auf ihm blieb“ (Joh 1,32). Seht, was die Schrift sagt: „blieb“, also nicht wieder wegging. Auf Christus ist der Hl. Geist herabgekommen und ist bei ihm geblieben, während er auf die Menschen herab kommt, aber nicht bei ihnen bleibt. Meinen wir allen Ernstes, der Hl. Geist würde bei uns bleiben, während wir den Bruder hassen oder schlechten Gedanken nachhängen? Wenn wir also guten Gedanken folgen, wissen wir, dass der Hl. Geist in uns wohnt, doch wenn uns schlechte Gedanken kommen, ist dies ein Zeichen, dass der Hl. Geist sich von uns zurückgezogen hat. Deshalb wird vom Retter ausgesagt: „Auf wen du den Geist herabkommen siehst und auf wem er bleibt, der ist es“ (Joh 1,33).



 
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