«Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens.» Joh. 6,68



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Hochfest der Gottesmutter Maria, Neujahr und Weltfriedenstag
Kommentar zum heutigen Evangelium
Hl. Amadeus von Lausanne (1108-1159), Zisterziensermönch, Bischof
4. marianische Homilie

„Maria aber bewahrte alle diese Worte und erwog sie in ihrem Herzen“

Als sie zum ersten Mal ihr kleines Kind, den Emmanuel, in ihre Arme nahm, hat Maria in ihm ein Licht wahrgenommen, das unvergleichlich schöner war als das der Sonne. Sie fĂŒhlte eine Feuersglut, die kein Wasser hĂ€tte löschen können. Sie hat – verborgen in diesem kleinen Körper, der von ihr geboren worden war – das gleißende Licht, das alles erleuchtet, empfangen und sie hat es verdient, in ihren Armen das Wort Gottes zu tragen, das das All trĂ€gt (vgl. Hebr 1,3). Wie sollte sie da nicht von der Erkenntnis Gottes ĂŒberwĂ€ltigt worden sein, „so wie die Wasser das Meer bedecken“ (Jes 11,9), wie sollte sie nicht außer sich entrĂŒckt, in einer wunderbaren Kontemplation in die Höhen mitgerissen worden sein? Wie wird sie, eine Jungfrau, nicht ins Staunen kommen, sich als Mutter vorzufinden und von großer Freude erfasst sein, sich selbst als Mutter Gottes zu sehen? Und sie versteht, dass sich an ihr die Verheißungen erfĂŒllt haben, die den Patriarchen offenbart wurden, und die Weissagungen, die die Propheten empfangen haben, das Verlangen ihrer VorvĂ€ter, die mit all ihrer Kraft nichts anderes wĂŒnschten.

Sie sieht, dass der Gottessohn ihr anheimgegeben ist; sie freut sich darĂŒber, dass das Heil der Welt ihr anvertraut wurde. Sie hört den Herrn und Gott auf dem Grund ihres Herzens sprechen: „Ich habe dich auserwĂ€hlt unter allen, die ich erschaffen habe; ich habe dich mehr als alle anderen Frauen gesegnet (vgl. Lk 1,42); ich habe dir meinen Sohn an die Hand gegeben; ich habe dir meinen Einziggeborenen anvertraut. Habe keine Angst davor, den zu stillen, den du geboren hast, noch den aufzuziehen, den du zur Welt gebracht hast. Wisse nur, dass er nicht nur dein Gott ist, sondern auch dein Sohn. Er ist mein Sohn und er ist dein Sohn: mein Sohn ist er durch seine Gottheit, dein Sohn ist er durch seine Menschheit, die er aus dir empfangen hat.“ Mit welcher Zuneigung und welchem Eifer, mit welcher Demut und welchem Respekt, mit welcher Liebe und welcher Hingabe hat Maria auf diesen Ruf geantwortet. Die Menschen können es nicht wissen, doch Gott weiß es, er, der die Herzen und Nieren prĂŒft (vgl. Ps 7,10) [...] Selig ist die, der es gegeben wurde, den aufzuziehen, der alles schĂŒtzt und ernĂ€hrt, den zu tragen, der das Weltall trĂ€gt.



 
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