«Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens.» Joh. 6,68



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Dienstag der 30. Woche im Jahreskreis
Kommentar zum heutigen Evangelium
Symeon der Neue Theologe (um 949-1022), griechischer Mönch, Heiliger der Orthodoxen Kirchen
Hymnus 17

Vom Reich Gottes

Ich werde dir in aller Klarheit aufzeigen, dass du hier auf Erden schon das ganze Himmelreich aufnehmen musst, wenn du auch nach dem Tod in ihm leben willst. Höre auf Gott, der in Gleichnissen zu dir spricht: „Mit was kann man das Himmelreich vergleichen? Es gleicht, so höre genau hin, einem Senfkorn, das ein Mann nahm und in seinen Acker warf; und es wuchs heran und wurde zu einem großen Baum“ (vgl. Mt 13,31f.). Dieses Samenkorn ist das Himmelreich, ist die Gnade des Heiligen Geistes, und der Acker ist das Herz eines jeden Menschen, dort, wo der Mensch den empfangenen Geist in seinem Innersten verbirgt, in den Falten seiner Eingeweide, damit kein Mensch ihn erblicken kann. Und er umsorgt ihn voller Hingabe, damit er wachse, damit er ein Baum werde, der bis zum Himmel wĂ€chst.

Wenn du also sagst: „Nicht etwa hier auf Erden, sondern erst nach dem Tod werden all diejenigen das Himmelreich erwerben, die es (auf Erden) instĂ€ndig ersehnt haben“, dann widersprichst du den Worten unseres göttlichen Erlösers. Und wenn du nicht diesen Samen in Empfang nimmst, dieses kleine Senfkorn, so wie er es gesagt hat, und es nicht in deinen Garten aussĂ€st, wirst du zur GĂ€nze unfruchtbar bleiben. Wann sonst, wenn nicht jetzt, wirst du den Samen empfangen?

„Hier auf Erden erhalte die Anzahlung“, sagt unser Meister; „hier auf Erden, erhalte das Siegel. Bereits hier auf Erden entzĂŒnde deine Lampe. Wenn du klug bist, werde ich bereits hier auf Erden deine Perle sein (vgl. Mt 13,45), werde ich hier auf Erden dein Weizen, und wie ein Senfkorn sein. Hier auf Erden werde ich fĂŒr dich zum Sauerteig werden und den Teig aufgehen lassen. Hier auf Erden bin ich fĂŒr dich wie Quellwasser und werde fĂŒr dich zum wĂ€rmenden Feuer. Hier auf Erden werde ich deine Kleidung und deine Nahrung und dein einziges GetrĂ€nk sein, wenn du es so willst.“ Das ist es, was der Meister sagt. „Wenn du also bereits hier auf Erden mich in dieser Weise erkennst, so wirst du mich im Himmel voll und ganz besitzen, und ich werde dein Ein und Alles sein.“



 
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