«Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens.» Joh. 6,68



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Montag der 30. Woche im Jahreskreis
Kommentar zum heutigen Evangelium
Hl. Gregor der Große (um 540-604), Papst und Kirchenlehrer
Homilien zum Evangelium, Nr. 31

„Frau, du bist von deinem Leiden erlöst“

Am Sabbat lehrte Jesus in einer Synagoge. Dort saß eine Frau, die seit achtzehn Jahren krank war, weil sie von einem DĂ€mon geplagt wurde. Ihr RĂŒcken war verkrĂŒmmt; sie konnte absolut nicht nach oben schauen. Der SĂŒnder, der nur mit irdischen Dingen beschĂ€ftigt ist und der nicht nach den himmlischen strebt, ist nicht in der Lage, nach oben zu schauen. Da er seinen Begierden folgt, die ihn nach unten ziehen, verliert seine Seele ihre aufrechte Haltung und krĂŒmmt sich; so sieht er nur noch das, woran er stĂ€ndig denkt. Gebt wieder auf euer Herz acht, geliebte BrĂŒder, und prĂŒft laufend die Gedanken, die unaufhörlich in eurem Kopf kreisen! Der eine denkt an Ehre, der andere an Geld, wieder ein anderer an die Mehrung seines Vermögens. Das sind allesamt profane Dinge, und wenn der Geist sich darin verliert, krĂŒmmt er sich und verliert seine aufrechte Haltung. Und weil er sich nicht wieder aufrichtet, um nach himmlischen GĂŒtern Ausschau zu halten, gleicht er der gekrĂŒmmten Frau, die absolut nicht nach oben schauen kann [...]

Der Psalmist beschreibt unser GekrĂŒmmtsein treffend, wenn er von sich selbst sinnbildlich fĂŒr das ganze Menschengeschlecht sagt: „Ich bin gekrĂŒmmt und tief gebeugt“ (Ps 38(37),7). Er bedachte, dass der Mensch, dazu geschaffen, das Licht aus der Höhe zu betrachten, aufgrund seiner SĂŒnden aus dem Paradies vertrieben wurde und dass seitdem in seiner Seele die Finsternis herrscht. Sie raubt ihm das Verlangen nach den himmlischen Dingen und lenkt seine ganze Aufmerksamkeit auf Irdisches [...] Verlöre der Mensch das Himmlische aus den Augen und dĂ€chte nur noch an die Erfordernisse dieser Welt, so wĂ€re er gewiss gekrĂŒmmt und gebeugt, aber noch nicht „tief“. Da nun nicht nur ein Zwang seine Gedanken abstĂŒrzen lĂ€sst [...] sondern dazu noch die verbotene Lust ihn zu Boden drĂŒckt, ist er nicht nur gebeugt, sondern „tief gebeugt“.



 
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