«Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens.» Joh. 6,68



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Freitag der 29. Woche im Jahreskreis
Kommentar zum heutigen Evangelium
Hl. Johannes XXIII. (1881-1963), Papst
Rede zur Eröffnung des II Vatikanischen Konzils, 11/10/1962

Die Zeichen der Zeit deuten: ein großes Thema des II. Vatikanischen Konzils

In der täglichen Ausübung Unseres apostolischen Hirtenamtes geschieht es zuweilen, dass Stimmen solcher Personen unser Ohr betrüben, die zwar von religiösem Eifer brennen, aber nicht genügend Sinn für die rechte Beurteilung der Dinge noch ein kluges Urteil haben. Sie sehen nämlich in den heutigen Verhältnissen der menschlichen Gesellschaft nur Untergang und Unheil. Sie reden unablässig davon, dass unsere Zeit im Vergleich zur Vergangenheit dauernd zum Schlechteren abgeglitten sei. Sie benehmen sich so, als hätten sie nichts aus der Geschichte gelernt, die eine Lehrmeisterin des Lebens ist, und als hätte das Vorgehen früherer Konzilien in allem, was die christliche Lehre, die Sitten und die Freiheit der Kirche betrifft, einen vollkommenen Sieg errungen.

Uns aber scheint es richtig zu sein, völlig anderer Meinung zu sein als diese Unglückspropheten, die immer das Unheil voraussagen, als ob die Welt vor dem Untergang stünde.

Im gegenwärtigen geschichtlichen Augenblick, da die menschlichen Beziehungen in eine neue Ordnung einzutreten scheinen, muss man viel eher einen verborgenen Plan der göttlichen Vorsehung anerkennen. Dieser verfolgt mit dem Ablauf der Zeiten, durch die Werke der Menschen und meist über ihre Erwartungen hinaus sein eigenes Ziel, und alles, auch die entgegengesetzten menschlichen Interessen, lenkt er weise zum Heil der Kirche.





 
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