«Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens.» Joh. 6,68



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29. Sonntag im Jahreskreis
Kommentar zum heutigen Evangelium
Hl. Laurentius von Brindisi (1559-1619), Kapuziner und Kirchenlehrer
Predigt auf den 22. Sonntag nach Pfingsten, 2−5; Opera omnia 8,335

Wahrhaft ein Bild Gottes sein

„So gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gehört, und Gott, was Gott gehört!“ Man muss jedem das geben, was ihm zusteht. Das ist ein Wort, das wirklich voller Weisheit und himmlischer Wissenschaft ist. Denn es lehrt uns, dass es zwei Arten von Macht gibt, die eine auf der Erde und menschlich, die andere himmlisch und göttlich [...] Es lehrt uns, dass wir dadurch einem zweifachen Gehorsam verpflichtet sind: der eine gegenĂŒber den menschlichen Gesetzen und der andere gegenĂŒber den göttlichen Gesetzen [...] Wir mĂŒssen dem Kaiser das GeldstĂŒck zahlen, das sein Bild trĂ€gt und den Namen des Kaisers, Gott hingegen das, was das Siegel des göttlichen Bildes und göttlicher Ebenbildlichkeit empfangen hat: „Herr, der Glanz deines Angesichtes ist uns aufgeprĂ€gt“ (vgl. Ps 4,7).

Wir wurden nach dem Abbild Gottes und ihm Ă€hnlich geschaffen (vgl. Gen 1,26). Du bist ein Mensch, o Christ. Du bist also das GeldstĂŒck des göttlichen Schatzes, ein GeldstĂŒck, das das Bild und die Aufschrift des göttlichen Kaisers trĂ€gt. Und dann schließlich frage ich dich mit Christus: „Wessen Bild und Aufschrift ist das?“ Du antwortest: „Gottes.“ Ich antworte dir: „Warum also gibst Du nicht Gott, was ihm gehört?“

Wenn wir wirklich ein Abbild Gottes sein wollen, mĂŒssen wir Christus Ă€hnlich werden, denn er ist das Abbild der GĂŒte Gottes und „das Abbild seines Wesens“ (Hebr 1,3). Und Gott „hat alle, die er im voraus erkannt hat, auch im voraus dazu bestimmt, an Wesen und Gestalt seines Sohnes teilzuhaben“ (vgl. Röm 8,29). Christus hat wahrhaftig dem Kaiser gegeben, was dem Kaiser gehört, und Gott, was Gott gehört. Er hat in vollkommener Weise die Gebote beobachtet, die auf den beiden Tafeln des göttlichen Gesetzes verzeichnet waren, „und war gehorsam bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz“ (Phil 2,8) und war so im höchsten Grad geschmĂŒckt mit allen sichtbaren und verborgenen Tugenden.



 
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