«Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens.» Joh. 6,68



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Samstag der 28. Woche im Jahreskreis
Kommentar zum heutigen Evangelium
Protokoll des MĂ€rtyriums der hll. Carpus, Papylus et Agathonice (3. Jh.)
MĂ€rtyrerakten der Blutzeugen Carpus, Papylus und Agathonica (3. Jahrhundert)

„Wer sich vor den Menschen zu mir bekennt, zu dem wird sich auch der Menschensohn [...] bekennen“

Das Martyrium des Carpus

Zur Zeit des Kaisers Decius war Optimus Prokonsul in Pergamon. Der selige Carpus, Bischof von Gados, und der Diakon Papylus von Thyatira, beide Bekenner Christi, erschienen vor ihm. Der Prokonsul sagte zu Carpus:

- Wie ist dein Name?

- Mein erster Name, der schönste, ist Christ. Mein Name in der Welt ist Carpus.

- Du kennst, wie ich annehme, die Erlasse der Kaiser, die euch dazu verpflichten, den Göttern, den Herren der Welt, zu opfern. So befehle ich dir, vorzutreten und zu opfern.

- Ich bin Christ. Ich bete Christus an, den Sohn Gottes, der zuletzt auf die Erde gekommen ist, um uns zu retten und uns aus den FÀngen des DÀmons zu lösen. Ich werde folglich solchen Götzen nicht opfern.

- Opfere den Göttern, wie es der Kaiser befiehlt.

- Vergehen sollen die Götter, die den Himmel und die Erde nicht erschaffen haben.

- Opfert, denn der Kaiser will es.

- Die Lebenden opfern nicht den Toten.

- Die Götter sind also deiner Ansicht nach Tote?

- Genauso ist es. Und seht, warum: Sie Ă€hneln den Menschen, doch sie sind reglos. Höre auf, sie mit Ehren zu ĂŒberhĂ€ufen. Da sie sich nicht rĂŒhren, werden die Hunde und Raben kommen und sie mit Dreck bedecken.

- Opfere, da es nur darum geht [...] Habe Mitleid mit dir selbst.

- Gerade deshalb wÀhle ich den besseren Teil.

Bei diesen Worten ließ der Prokonsul ihn aufhĂ€ngen [...] und mit EisennĂ€geln zerreißen.

Das Martyrium des Papylus

Dann wandte sich der Prokonsul an Papylus, um ihn zu befragen.

- Bist du aus dem Stand der Beamten?

- Nein.

- Was bist du dann?

- Ich bin BĂŒrger.

- Hast du Kinder?

- Viele, Gott sei es gedankt.

Eine Stimme aus der Menge schrie: „Die Christen sind es, die er seine Kinder nennt.“

- Warum lĂŒgst du mich an, indem du behauptest, Kinder zu haben?

- Sieh selbst, dass ich nicht lĂŒge, sondern die Wahrheit spreche. In allen StĂ€dten der Provinz habe ich Kinder im Sinne Gottes.

- Opfere oder erklÀre, was du meinst.

- Ich diene Gott seit meiner Jugend. Niemals habe ich Götzen geopfert. Ich bringe mich selbst als Opfer dar fĂŒr den lebendigen und wahren Gott, der Macht hat ĂŒber alles Fleisch. Und nun bin ich fertig und habe nichts mehr hinzuzufĂŒgen.

Man heftete ihn ebenfalls an das Holz, wo er mit eisernen NĂ€geln zerrissen wurde. Drei Mannschaften von Peinigern wechselten sich ab, ohne dass Papylus eine Klage von sich gab. Wie ein tapferer Athlet, so betrachtete er die Wut seiner Feinde mit tiefem Schweigen [...] Der Prokonsul verurteilte sie dazu, lebendig verbrannt zu werden [...] Im Amphitheater sahen die zunĂ€chst sitzenden Zuschauer, dass Carpus lĂ€chelte. Erstaunt fragten sie ihn: „Warum lĂ€chelst du?“ Der Selige antwortete: „Ich sah die Herrlichkeit des Herrn und freue mich. Von nun an bin ich befreit und werde nicht mehr euer Elend teilen“ [...]

Das Martyrium der Agathonica

Eine Frau, die dem Martyrium beiwohnte, Agathonica mit Namen, sah die Herrlichkeit des Herrn, die Carpus gesehen hatte und von der er sprach. Sie verstand, dass das ein Zeichen des Himmels war und rief sogleich aus: „Dieses Festmahl wurde auch fĂŒr mich bereitet [...] Ich bin Christin. Niemals habe ich den DĂ€monen geopfert, sondern nur Gott. Gerne werde ich den Spuren meiner Meister, der Heiligen, folgen, wenn ich wĂŒrdig bin. Das ist mein grĂ¶ĂŸtes Verlangen“ [...] Der Prokonsul sagte zu ihr: „Opfere und zwinge mich nicht, dich zur gleichen Qual zu verurteilen.“

- Mache, was du fĂŒr gut hĂ€ltst. Ich jedoch bin gekommen, um fĂŒr den Namen Christi zu leiden. Ich bin bereit.

Am Ort des Urteils angekommen, entledigte sich Agathonica ihrer Kleider und bestieg voller Freude den Scheiterhaufen. Die Zuschauer waren geblendet von ihrer Schönheit. Sie bemitleideten sie: „Was fĂŒr ein schĂ€ndliches Urteil und was fĂŒr ungerechte Verordnungen!“ Als sie spĂŒrte, wie die Flammen ihren Körper berĂŒhrten, rief sie drei Mal aus: „Herr, Herr, Herr, komm mir zu Hilfe. Auf dich vertraue ich.“ Das waren ihre letzten Worte.



 
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