«Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens.» Joh. 6,68



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Dienstag der 27. Woche im Jahreskreis
Kommentar zum heutigen Evangelium
Hl. Augustinus (354-430), Bischof von Hippo (Nordafrika) und Kirchenlehrer
104. Predigt; PL 38, 616

Zwei Frauen – zwei Bilder fĂŒr unser Leben

Ihr werdet verstehen, so glaube ich, dass diese zwei Frauen, die beide dem Herrn sehr lieb sind, beide seiner Liebe wĂŒrdig und beide seine JĂŒngerinnen sind [...], dass diese beiden Frauen also bildhaft fĂŒr zwei Lebensformen stehen: Das Leben dieser Welt und das Leben der zukĂŒnftigen Welt, das Arbeitsleben und das Leben in der Ruhe, das Leben in Sorgen und das Leben in der Seligkeit, das Leben in der Zeit und das ewige Leben.

Zwei Leben: Betrachten wir sie einmal ausfĂŒhrlicher. Bedenkt also, worin dieses Leben hier besteht: Ich sage nicht, dass es ein verurteilenswertes Leben ist [...], ein Leben in Ausschweifung, in Gottlosigkeit; nein, ich rede von einem Arbeitsleben, das reich an PrĂŒfungen, Ängsten und Versuchungen ist, von diesem Leben, das nichts Schuldhaftes hat und das wohl jenes der Martha ist [...] Das Böse war diesem Hause fremd, sowohl durch Martha, wie auch durch Maria. HĂ€tte es etwas Böses gegeben, so wĂ€re es vertrieben worden bei der Ankunft des Herrn. Zwei Frauen also haben hier gewohnt, beide haben den Herrn aufgenommen, zwei ehrbare LebensentwĂŒrfe, beide gradlinig, der eine bestehend aus Arbeit, der andere aus Ruhe [...] Das eine Leben, das der Arbeit, war frei von Hetze, allerdings am Abgrund des Aktivismus; das andere Leben war frei von MĂŒĂŸiggang, allerdings am Abgrund der UntĂ€tigkeit stehend. Zwei Leben also waren da, und die Quelle alles Lebens [...]

Das Leben der Martha steht fĂŒr unsere Welt; das Leben der Maria fĂŒr die Welt, die wir erwarten. Leben wir jenes Leben gradlinig, um dieses in FĂŒlle zu erlangen. Was besitzen wir schon jetzt von diesem Leben? [...] Gerade jetzt, in diesem Augenblick, sind wir schon ein bisschen Teilhaber an diesem Leben: Fern der AktivitĂ€ten, fern von familiĂ€ren Sorgen, seid ihr hier versammelt, seid ihr hier, um zuzuhören. Indem ihr das tut, gleicht ihr Maria. Und fĂŒr euch ist das leichter als fĂŒr mich, der ich das Wort ergreifen muss. Was ich sage, habe ich allerdings von Christus ĂŒbergeben bekommen, und diese Nahrung ist die Speise, die Christus schenkt. Denn er ist das eine Brot, das alle bekommen, und deshalb lebe ich und kommuniziere ich in Gemeinschaft mit euch.



 
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