«Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens.» Joh. 6,68



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Dienstag der 26. Woche im Jahreskreis
Kommentar zum heutigen Evangelium
Hl. Augustinus (354-430), Bischof von Hippo (Nordafrika) und Kirchenlehrer
Erörterungen ĂŒber die Psalmen, Ps 65 (64)

„Aber man nahm ihn nicht auf, weil er auf dem Weg nach Jerusalem war“

Zwei große StĂ€dte sind es; die eine heißt Babylon, die andere Jerusalem. Der Name Babylon bedeutet soviel wie „Verwirrung“, Jerusalem bedeutet „Vision des Friedens“. Seht euch genau die große Stadt der Verwirrung an, um besser die Vision des Friedens erkennen zu können; ertragt die erste, doch streckt euch aus nach der zweiten.

Was erlaubt uns, diese zwei großen StĂ€dte voneinander zu unterscheiden? Können wir schon jetzt die eine von der anderen trennen? Die eine ist mit der anderen vermischt seit dem Morgengrauen des Menschengeschlechts, und sie gehen ihren Weg dergestalt bis zum Ende der Zeiten. Jerusalem wurde geboren mit Abel, Babylon mit Kain [...] Die beiden gegenstĂ€ndlichen StĂ€dte wurden spĂ€ter gebaut, doch sie stellen symbolhaft die beiden ungegenstĂ€ndlichen StĂ€dte dar, deren UrsprĂŒnge bis zum Anfang der Zeiten zurĂŒckreichen und die hier unten bestehen bleiben sollen bis zu ihrem Ende. Der Herr wird sie dann trennen, wenn er die eine zu seiner Rechten und die andere zu seiner Linken aufrichten wird (vgl. Mt 25,33) [...]

Doch etwas gibt es, was schon jetzt die BĂŒrger Jerusalems von den BĂŒrgern Babylons unterscheidet: Es sind das zwei Arten der Liebe. Die Liebe zu Gott macht Jerusalem aus, die Liebe zur Welt Babylon. Fragt euch, wen ihr liebt, und ihr werdet wissen, von wo ihr stammt. Wenn ihr euch als BĂŒrger Babylons wiederfindet, dann reißt aus eurem Leben die Begierde aus und pflanzt in euch die Liebe ein. Wenn ihr euch als BĂŒrger Jerusalem wiederfindet, dann ertragt geduldig die Gefangenschaft und hofft auf eure Befreiung. Denn viele BĂŒrger unserer heiligen Mutter Jerusalem (vgl. Gal 4,26) waren vorher Gefangene Babylons [...]

Wie aber kann in uns die Liebe zu unserer Heimat Jerusalem erwachen, deren Erinnerung durch die LĂ€nge der Verbannung verlorengegangen ist (vgl. Ps 137(136))? Der Vater selbst ist es, der uns von dort schreibt und in uns durch seine Briefe, nĂ€mlich die Heiligen Schriften, das Heimweh der RĂŒckkehr brennen lĂ€sst.




 
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