«Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens.» Joh. 6,68



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26. Sonntag im Jahreskreis
Kommentar zum heutigen Evangelium
Hl. Theresia Benedicta a Cruce [Edith Stein] (1891-1942), Karmelitin, MĂ€rtyrerin, Mitpatronin Europas
Zum Fest „Kreuzerhöhung“ (14. September 1941) (Edith-Stein-Archiv, Geistliche Texte II)

Dem Vater gehorsam, in der Nachfolge des Sohnes

Dein Wille geschehe! – Das war der Inhalt des Heilandslebens. Er kam in die Welt, um des Vaters Willen zu erfĂŒllen: nicht nur, um durch Seinen Gehorsam die SĂŒnde des Ungehorsams zu sĂŒhnen, sondern um auf dem Weg des Gehorsams die Menschen zu ihrer Bestimmung zurĂŒckzufĂŒhren.

Es ist dem geschöpflichen Willen nicht gegeben, in Selbstherrlichkeit frei zu sein. Er ist berufen, mit dem göttlichen Willen in Einklang zu kommen. Stellt er diesen Einklang in freier Unterwerfung her, dann ist es ihm vergönnt, in Freiheit mitzuwirken an der Vollendung der Schöpfung. Verweigert sich das freie Geschöpf diesem Einklang, so verfĂ€llt es der Unfreiheit. Der Wille des Menschen behĂ€lt noch die Möglichkeit der Wahl, aber er steht im Bann der Geschöpfe, sie ziehen und drĂ€ngen ihn in Richtungen, die von der gottgewollten Entfaltung seiner Natur wegfĂŒhren, und damit von dem Ziel, dem er selbst in seiner ursprĂŒnglichen Freiheit zugewendet ist. Mit dieser ursprĂŒnglichen Freiheit verliert er auch die Sicherheit der Entscheidung. Er wird unstet und schwankend, in Zweifeln und Skrupeln umhergetrieben oder in seiner Verirrung verhĂ€rtet.

DemgegenĂŒber gibt es keine andere Heilung als den Weg der Nachfolge Christi: des Menschensohnes, der nicht nur unmittelbar dem himmlischen Vater gehorcht, sondern sich den Menschen unterwarf, die des Vaters Wille ĂŒber Ihn stellte. Der von Gott geordnete Gehorsam löst den versklavten Willen aus den Banden der Geschöpfe und fĂŒhrt ihn zur Freiheit zurĂŒck. Er ist darum auch der Weg zur Reinheit des Herzens.



 
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