«Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens.» Joh. 6,68



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Montag der 25. Woche im Jahreskreis
Kommentar zum heutigen Evangelium
Predigt, dem hl. Augustinus (354-430), Bischof von Hippo (Nordafrika) und Kirchenlehrer, zugeschrieben
Vgl. Abhandlung ĂŒber Psalm 139,15; Predigten ĂŒber Johannes, Nr. 57

Achtet darauf, wie ihr hört

„Jeder Mensch soll schnell bereit sein zu hören, aber zurĂŒckhaltend im Reden“ (Jak 1,19). Jawohl, liebe BrĂŒder [...], ich, der ich auf euren eigenen Wunsch hin oft zu euch spreche, ich sage es euch ganz freimĂŒtig: wenn ich unter den Zuhörern sitze, ist meine Freude ungetrĂŒbt; ungetrĂŒbt ist meine Freude, wenn ich zuhöre, und nicht, wenn ich spreche. Nur dann nĂ€mlich kann ich das Wort ungefĂ€hrdet genießen; meine Zufriedenheit ist nicht durch eitlen Ruhm bedroht. Wie sollte man auch den Abgrund des Stolzes fĂŒrchten, wenn man sich auf den festen Stein der Wahrheit niedergelassen hat? „Lass mich Freude und Wonne vernehmen“, sagt schon der Psalmist, „so werden meine geschlagenen Gebeine frohlocken“ (Ps 50(51),10 (Vulg.)). Nie empfinde ich also mehr Freude, als wenn ich höre; unsere Rolle als Hörende ist es, die uns in der Haltung der Demut bewahrt.

Wenn wir jedoch das Wort ergreifen [...] mĂŒssen wir eine gewisse ZurĂŒckhaltung ĂŒben; denn selbst wenn ich dem Stolz keinen Raum gebe, habe ich doch Angst davor, ich könnte es tun. Höre ich jedoch, kann mir niemand meine Freude nehmen (Joh 16,22), denn dafĂŒr gibt es keinen Zeugen. Von der Freude, die der Freund des BrĂ€utigams empfindet, redet der hl. Johannes, wenn er sagt „er steht dabei und hört ihn“ (vgl. Joh 3,29). Er steht aufrecht da und hört. Auch der erste Mensch stand aufrecht da, weil er auf Gott hörte. Sobald er aber auf die Schlange hörte, ist er gefallen. Der Freund des BrĂ€utigams „freut sich ĂŒber die Stimme des BrĂ€utigams“; was seine Freude ausmacht, ist nicht seine, des Predigers, des Propheten Stimme, sondern die Stimme des BrĂ€utigams selbst.



 
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