«Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens.» Joh. 6,68



Jeden Tag das
Evangelium des Tages
per Email erhalten:
(kostenlos)


Ihre E-Mail Adresse:


E-Mail bestÀtigen:

















 

Fest des Hl. MatthÀus, Apostel und Evangelist
Kommentar zum heutigen Evangelium
Benedikt XVI., Papst von 2005-2013
Generalaudienz vom 30/08/06 (© Libreria Editrice Vaticana)

Der heilige MatthÀus: Bekehrter, Apostel, Evangelist

»Da stand MatthĂ€us auf und folgte ihm.« Die KĂŒrze dieses Satzes hebt die Bereitschaft des MatthĂ€us, auf den Ruf zu antworten, deutlich hervor. Das bedeutet fĂŒr ihn, alles zu verlassen, vor allem das, was ihm eine sichere Einnahmequelle gewĂ€hrleistete, auch wenn diese Einnahmen oft unrechtmĂ€ĂŸig und unehrenhaft waren. Offensichtlich verstand MatthĂ€us, daß die Vertrautheit mit Jesus es ihm nicht erlaubte, mit AktivitĂ€ten fortzufahren, die Gott nicht guthieß. Die Anwendung auf die Gegenwart ist einfach: Auch heute ist es nicht zulĂ€ssig, an Dingen festzuhalten, die mit der Nachfolge Jesu nicht vereinbar sind, wie es bei unehrlich erworbenem Reichtum der Fall ist. Er hat einmal sehr deutlich gesagt: »Wenn du vollkommen sein willst, geh, verkauf deinen Besitz und gib das Geld den Armen; so wirst du einen bleibenden Schatz im Himmel haben; dann komm und folge mir nach« (Mt 19,21). Genau das tat MatthĂ€us: Er stand auf und folgte ihm! Man kann mit gutem Grund in diesem »Aufstehen« das Loslassen von einer Situation der SĂŒnde und gleichzeitig die bewusste Zuwendung zu einem neuen Leben sehen, einem aufrichtigen Leben in der Gemeinschaft mit Jesus.

Abschließend soll daran erinnert werden, daß die Tradition der Alten Kirche MatthĂ€us einmĂŒtig die Urheberschaft des ersten Evangeliums zuschreibt. Das geschieht bereits von Papias an, der um das Jahr 130 Bischof von Hierapolis in Phrygien war. Er schreibt: »MatthĂ€us hat in hebrĂ€ischer Sprache die Reden zusammengestellt; ein jeder aber ĂŒbersetzte dieselben so gut er konnte« (in: Eusebius von Caesarea, Kirchengeschichte, III,39). Der Historiker Eusebius fĂŒgt hinzu: »MatthĂ€us, der zunĂ€chst unter den HebrĂ€ern gepredigt hatte, schrieb, als er auch noch zu anderen Völkern gehen wollte, das von ihm verkĂŒndete Evangelium in seiner Muttersprache; denn er suchte denen, von welchen er schied, durch die Schrift das zu ersetzen, was sie durch sein Fortgehen verloren« (ebd., III,24). Wir besitzen das von MatthĂ€us in HebrĂ€isch oder AramĂ€isch geschriebene Evangelium nicht mehr, aber im griechischen Evangelium, das wir haben, hören wir gewissermaßen auch weiterhin die ĂŒberzeugende Stimme des Zöllners MatthĂ€us, der, zum Apostel geworden, damit fortfĂ€hrt, uns das rettende Erbarmen Gottes zu verkĂŒnden. Hören wir auf diese Botschaft des hl. MatthĂ€us, denken wir immer wieder darĂŒber nach, damit auch wir lernen, aufzustehen und Jesus entschlossen nachzufolgen.








 
©Evangelizo.org 2001-2017