«Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens.» Joh. 6,68



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24. Sonntag des Jahreskreis - Welttag der Kommunikationsmittel
Kommentar zum heutigen Evangelium
Hl. Johannes Paul II. (1920-2005), Papst
Enzyklika « Dives in misericordia », § 14 (© Libreria Editrice Vaticana)

HĂ€ttest nicht auch du mit deinem GefĂ€hrten Erbarmen haben mĂŒssen

Die Kirche muss es daher in jedem geschichtlichen Zeitalter, aber besonders in unserem als eine ihrer wichtigsten Aufgaben betrachten, das Geheimnis des Erbarmens, das uns in Christus aufstrahlt, zu verkĂŒnden und ins Leben hineinzutragen. Dieses Geheimnis ist nicht nur fĂŒr die Kirche selbst als Gemeinschaft der Glaubenden, sondern in gewissem Sinn fĂŒr alle Menschen Quelle eines Lebens, das grundverschieden ist von dem, welches der Mensch, seiner dreifachen Begehrlichkeit ĂŒberlassen, aufbauen könnte. Im Namen dieses Geheimnisses lehrt uns Christus, immer zu verzeihen. Wie oft wiederholen wir in dem Gebet, das er selbst uns gelehrt hat, die Bitte: »Vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern« (Mt 6,12), das heißt jenen, die uns gegenĂŒber schuldig geworden sind!

Es ist wirklich schwer, den tiefen Wert der Haltung auszudrĂŒcken, welche diese Worte bezeichnen und uns ins Bewusstsein einprĂ€gen wollen. Wieviel sagen sie jedem Menschen ĂŒber seinen Mitmenschen und auch ĂŒber sich selbst! Das Wissen um die Tatsache, daß einer des anderen Schuldner ist, geht Hand in Hand mit der Berufung zur brĂŒderlichen SolidaritĂ€t, die der heilige Paulus in der prĂ€gnanten Einladung formuliert: »Ertragt einander in Liebe« (Eph 4,2). Welches Programm der Demut gegenĂŒber dem Menschen lehren uns diese Worte − sowohl dem NĂ€chsten als auch sich selbst gegenĂŒber! Welche Schule des guten Willens fĂŒr das tĂ€gliche Zusammenleben in den verschiedenen UmstĂ€nden unseres Daseins sind sie!










 
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