«Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens.» Joh. 6,68



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Mittwoch der 23. Woche im Jahreskreis
Kommentar zum heutigen Evangelium
Sel. Paul VI. (1897-1978), Papst von 1963-1978
Apostolisches Schreiben „Gaudete in Domino“ (Über die christliche Freude), §§ 21−23 (Johannes Verlag Leutesdorf am Rhein 1975)

„Er richtete seine Augen auf seine JĂŒnger und sagte: Selig, ihr Armen, denn euch gehört das Reich Gottes“

Hier muss man freilich das Geheimnis der unergrĂŒndlichen Freude, die in Christus lebt und ihm eigen ist, gebĂŒhrend beachten [...] Wenn Jesus einen solchen Frieden, eine derartige Sicherheit und Zuversicht, Freude und VerfĂŒgbarkeit ausstrahlt, dann ist das in der unaussprechlichen Liebe begrĂŒndet, mit der er sich von seinem Vater geliebt weiß. Seit seiner Taufe an den Ufern des Jordan wird diese Liebe, die vom ersten Augenblick seiner Menschwerdung in ihm gegenwĂ€rtig ist, offenbar: „Du bist mein geliebter Sohn; an dir habe ich mein Wohlgefallen“ (Lk 3,22). Diese Gewissheit ist dem Bewusstsein Jesu unauslöschlich eingeprĂ€gt. Es ist eine Gegenwart, aufgrund der er sich nie allein fĂŒhlt (Joh 16,32). Ein innerstes Wissen erfĂŒllt ihn: „Der Vater kennt mich, und ich kenne den Vater“ (Joh 10,15). Es ist ein stĂ€ndiger und vorbehaltloser Austausch: „Alles, was mein ist, ist dein, und was dein ist, ist mein“ (Joh 17,10) [...] „Du hast mich geliebt vor Grundlegung der Welt“ (Joh 17,24). Gemeint ist jene nicht mitteilbare Liebesbeziehung, die mit seiner Existenz als Sohn gegeben ist und das Geheimnis des trinitarischen Lebens bildet: der Vater erscheint darin als derjenige, der sich dem Sohn schenkt, ohne Vorbehalt und unaufhörlich, aus ĂŒberströmender hochherziger Freude; der Sohn hingegen als der, welcher sich auf gleiche Weise dem Vater hinschenkt, in ĂŒberströmend dankbarer Freude, im Heiligen Geist.    

Die JĂŒnger und alle, die an Christus glauben sind aufgerufen, an dieser Freude teilzunehmen. Jesus will, dass sie seine Freude in FĂŒlle in sich tragen (vgl. Joh 17,13): „Ich habe ihnen deinen Namen geoffenbart und werde ihn offenbaren, damit die Liebe, mit der du mich geliebt hast, in ihnen sei und ich in ihnen“ (Joh 17,26).

Diese Freude, in der Liebe Gottes zu verweilen, beginnt schon hier auf Erden. Es ist die Freude des Reiches Gottes. Sie wird aber nur auf einem steilen Weg geschenkt, der vollkommenes, uneingeschrĂ€nktes Vertrauen in den Vater und den Sohn und eine Vorliebe fĂŒr das Reich Gottes erfordert. Die Botschaft Jesu verheißt vor allem Freude, eine anspruchsvolle Freude. Wird sie nicht in den Seligpreisungen offenbar? „Wohl euch, ihr Armen, denn euch gehört das Reich Gottes. Wohl euch, die ihr jetzt hungert; denn ihr werdet satt werden. Wohl euch, die ihr jetzt weint; denn ihr werdet lachen“ (Lk 6,20−21).


      



 
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