«Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens.» Joh. 6,68



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Dienstag der 23. Woche im Jahreskreis
Kommentar zum heutigen Evangelium
Hl. Ambrosius (um 340-397), Bischof von Mailand und Kirchenlehrer
Kommentar zum Lukasevangelium, 5. Buch, 42−44 (vgl.: Bibliothek der KirchenvĂ€ter, MĂŒnchen 1915)

„Er verbrachte die ganze Nacht im Gebet“

Der Herr nun betet nicht, um fĂŒr sich etwas zu erbitten, sondern um fĂŒr mich zu vermitteln. Denn wenn auch der Vater alles in die Gewalt des Sohnes gegeben hat, glaubt doch der Sohn, um der menschlichen Gestalt voll und ganz gerecht zu werden, den Vater als unser FĂŒrsprecher fĂŒr uns bitten zu sollen. Öffne die verfĂŒhrbaren Ohren nicht dem Trugschluss, als flehe der Sohn wie ein Hilfloser, als flehe er um GewĂ€hrung einer Bitte, welche er, der Urheber der Macht, nicht zu erfĂŒllen vermag! Der Lehrer des Gehorsams fĂŒhrt uns durch sein Beispiel in die Tugendschule ein. „Wir haben“, heißt es, „einen FĂŒrsprecher beim Vater“ (vgl. 1 Joh 2,1). Ist er FĂŒrsprecher, muss er fĂŒr meine SĂŒnden FĂŒrbitte einlegen. Nicht also der Ohnmacht, sondern der Liebe entspringt seine Bitte. Willst du dich ĂŒberzeugen, wie er alles, was er will, vermag? FĂŒrsprecher und Richter zugleich ist er: das eine schließt den Liebesdienst ein, das andere die Machthoheit. „Und er brachte die Nacht im Gebete mit Gott zu“. Ein Bild wird dir vorgestellt, eine Norm vorgezeichnet, der du nacheifern sollst.

Denn was musst du nicht zu deinem Heil tun, wenn Christus fĂŒr dich die Nacht im Gebet zubringt? Was hast du dementsprechend zu Beginn eines frommen Werkes, das du dir vornimmst, zu tun, wenn Christus, als er die Apostel senden wollte, vorher gebetet hat und zwar allein? Auch sonst, wenn ich nicht irre, trifft man ihn niemals gemeinsam mit den Aposteln im Gebet; ĂŒberall betet er allein. Denn der Mensch mit seinen WĂŒnschen kennt Gottes Absicht nicht und keiner aus dem Vertrautenkreise kann hierin Genosse Christi sein. Willst du dich ĂŒberzeugen, wie sein Gebet mir, nicht ihm gegolten hat? „Er berief“, heißt es, „seine JĂŒnger und erwĂ€hlte zwölf aus ihnen“ (vgl. Lk 6,13), um sie auszusenden, den Glauben auszusĂ€en und die Rettung und das Heil der Menschen in der ganzen Welt zu verbreiten.








 
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