«Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens.» Joh. 6,68



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Samstag der 22. Woche im Jahreskreis
Kommentar zum heutigen Evangelium
Hl. Aelred von Rievaulx (1110-1167), englischer Zisterzienserabt
Spiegel der Liebe, I,19.29; PL 195,522−530

„Der Menschensohn ist Herr ĂŒber den Sabbat“

Jeder Schöpfungstag ist großartig und wunderbar, doch keiner lĂ€ĂŸt sich mit dem siebten vergleichen. An ihm war es nicht die Erschaffung des einen oder anderen Naturelements, das sich unserer Betrachtung darbietet, sondern die Ruhe Gottes und die Vollendung aller Geschöpfe. Denn wir lesen: „Am siebten Tag vollendete Gott das Werk, das er gemacht hatte, und er ruhte aus, nachdem er sein ganzes Werk vollbracht hatte“ (vgl. Gen 2,2). Groß ist dieser Tag, unergrĂŒndbar diese Ruhe, wunderbar dieser Sabbat! Ach, wenn du es nur verstehen könntest! Dieser Tag wurde nicht umschrieben mit dem Lauf der sichtbaren Sonne, er beginnt nicht mit ihrem Aufgang, er endet nicht mit ihrem Untergang; er kennt weder Morgen noch Abend (vgl. Gen 1,5) [...]

Hören wir den, der uns zur Ruhe einlĂ€dt: „Kommt zu mir alle, die ihr mĂŒhselig und beladen seid, und ich werde euch erquicken!“ (vgl. Mt 11,28). Das ist die Vorbereitung auf den Sabbat. Und was den Sabbat selbst betrifft, so hören wir weiter: „Nehmt mein Joch auf euch, und lernt von mir; denn ich bin sanftmĂŒtig und demĂŒtigen Herzens; so werdet ihr Ruhe finden“ (vgl. ebd. V. 29). Das ist das Ausruhen, die Ruhe, das ist der wahre Sabbat.

Denn dieses Joch ist nicht schwer, es verbindet. Diese Last hat FlĂŒgel, kein Gewicht. Dieses Joch ist die Liebe. Diese Last ist die brĂŒderliche Liebe. Dort findet man die Ruhe; dort feiert man den Sabbat; dort wird man von der Knechtschaft befreit [...] Und wenn unsere Gebrechlichkeit uns wohl auch manchen Fehler begehen lĂ€ĂŸt, so wird doch die Feier dieses Sabbats nicht unterbrochen, denn „die Liebe deckt viele SĂŒnden zu“ (1 Petr 4,8). Es ist somit nur gut und recht, dass diese Befreiung dem siebten Tag vorbehalten ist, denn „die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben ist“ (Röm 5,5).



 
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