«Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens.» Joh. 6,68



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Fest Mariä Geburt
Kommentar zum heutigen Evangelium
Hl. Johannes von Damaskus (um 675-749), Mönch, Theologe und Kirchenlehrer
Homilie über die Geburt der Jungfrau Maria, 3

„Voll Freude feiern wir das Geburtsfest der Jungfrau Maria, aus ihr ist hervorgegangen die Sonne der Gerechtigkeit, Christus, unser Gott“ (Eröffnungsvers)

Heute naht sich eine jungfräuliche Tür; durch sie soll der Gott, der über allen Seienden ist, „körperlich in die Welt kommen“, wie Paulus sagt (vgl. Hebr 1,6; vgl. Kol 2,9). Heute entsprang aus der Wurzel Jesse ein Spross (vgl. Jes 11,1), aus dem der Welt eine Blume hervorgehen wird, die ihrer Natur nach mit der Göttlichkeit vereint ist. Heute wurde, von irdischer Natur ausgehend, ein Himmel auf Erden gebildet, durch den, der einst das Firmament festigte, indem er von ihm die Wasser schied und ihn in die Höhen erhob. Es ist jedoch ein Himmel, der viel mehr erstaunen lässt als der erste, denn er, der im ersten die Sonne erschuf, erstand selbst aus diesem neuen Himmel als eine Sonne der Gerechtigkeit (vgl. Mal 3,20) [...] Das ewige Licht, geboren vor aller Zeit aus dem ewigen Licht, der immateriell und körperlos Seiende, nimmt Fleisch an aus dieser Frau und tritt aus ihrem Gemach hervor wie ein Bräutigam (Ps 18(19),6) [...]

Heute hat sich „der Sohn des Zimmermanns“ (vgl. Mt 13,55), das überall wirkende Wort dessen, der alles aus sich erschaffen hat, der kraftvolle Arm des allerhöchsten Gottes [...] eine lebendige Leiter erbaut, deren Füße in die Erde gepflanzt sind und deren Spitzen sich bis zum Himmel erstrecken. Auf ihr ruht Gott; sie ist es, deren Bild Jakob betrachtend schaute (vgl. Gen 28,12); durch sie ist Gott hinabgestiegen in seiner nicht wankenden Ruhe, hat sich vielmehr in Herablassung niedergebeugt und „erschien auf der Erde und hielt sich unter den Menschen auf“ (vgl. Bar 3,38).

Denn diese bildhafte Zeichen stellen sein Kommen auf die Erde dar, seine Herablassung aus reiner Gnade, sein irdisches Dasein, die wahre Erkenntnis seiner selbst, die er denen gibt, die auf Erden sind. Die geistliche Leiter, die Jungfrau, ist auf Erden eingepflanzt, denn von der Erde empfing sie ihr Dasein, ihr Haupt hingegen erhebt sich bis zum Himmel [...] Durch sie und durch den Heiligen Geist „ist das Wort Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt“ (vgl. Joh 1,14). Durch sie und den Heiligen Geist vollendete sich die Vereinigung Gottes mit den Menschen.




 
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