┬źHerr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens.┬╗ Joh. 6,68



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Mittwoch der 22. Woche im Jahreskreis
Kommentar zum heutigen Evangelium
Hl. Eucherius (?-um 450), Bischof von Lyon
Lob der W├╝ste

Er stand auf und ging an einen einsamen Ort

Ist es nicht einleuchtend, wenn es hei├čt, die W├╝ste sei ein grenzenloser Tempel Gottes? Denn wer in der Stille lebt, dem muss es doch gewiss an einsamen Orten gefallen. Und so hat sich Gott eben dort oft seinen Heiligen gezeigt; im Schutze der Einsamkeit wollte er den Menschen begegnen.

In der W├╝ste sieht Mose Gott, und sein Gesicht strahlt Licht aus. Dort darf er ungezwungen mit dem Herrn reden; er h├Ąlt Zwiesprache mit ihm; er spricht mit dem Herrn des Himmels auf eine Weise, wie Menschen sich mit ihresgleichen zu unterhalten pflegen. In der W├╝ste nimmt er den Stab entgegen, der Wunder bewirkt. Als Schafhirt war er in die W├╝ste gekommen, als Hirte von V├Âlkern verl├Ąsst er sie (Ex 3; 33,11; 34).

Und sucht das Volk Gottes, als es aus ├ägypten befreit und von der Fronarbeit erl├Âst werden sollte, nicht abgelegene Orte auf, fl├╝chtet es sich nicht in die Abgeschiedenheit? In der W├╝ste wird es sich dem Gott n├Ąhern, der es der Sklaverei entrissen hat [...] Und der Herr machte sich zum Anf├╝hrer seines Volkes, er lenkte die Schritte seines Volkes durch die W├╝ste. Unterwegs, bei Tag und bei Nacht, richtete er Zeichen vom Himmel auf: eine leuchtende Wolkens├Ąule und eine gl├╝hende Feuers├Ąule. Den Kindern Israels war es also verg├Ânnt, den Thron Gottes zu sehen und seine Stimme zu h├Âren, damals als sie in der Einsamkeit der W├╝ste lebten [...]

Muss ich noch hinzuf├╝gen, dass sie erst nach ihrem Aufenthalt in der W├╝ste in das Land ihrer Sehnsucht kamen? Bis ein Land, in dem Milch und Honig flie├čen, zum Besitz eines Volkes wird, muss das Volk zuerst durch d├╝rres ├ľdland ziehen. Man muss immer zuerst in der W├╝ste lagern, bevor man ins wirkliche Vaterland gelangt. Wer ÔÇ×die G├╝te des Herrn im Land der Lebenden schauenÔÇť (vgl. Ps 26(27),13) will, der lasse sich in unbewohnbarem Land nieder. Wer im Himmel Wohnrecht bekommen will, der sei Gast in der W├╝ste.



 
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