«Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens.» Joh. 6,68



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Dienstag der 22. Woche im Jahreskreis
Kommentar zum heutigen Evangelium
Diadochos von Photike (um 400-?), Bischof
Hundert Kapitel über die geistliche Vollkommenheit, 78−80

„Schweig und verlass ihn!“

Die Taufe, das Bad der Heiligkeit, wäscht zwar den Schmutz unserer Sünde ab, hebt aber die Zwiespältigkeit unseres Wollens nicht auf und hindert die bösen Geister nicht daran, gegen uns anzukämpfen und uns weiterhin zu täuschen [...] Die Gnade Gottes aber hat ihren Sitz in der Tiefe unserer Seele, also in unserem Verstand. Es heißt nun tatsächlich: alle Herrlichkeit der Königstochter ist in ihrem Inneren (Ps 44(45),14). Sie ist für die Dämonen nicht sichtbar. Deshalb spüren wir, wenn wir uns mit Inbrunst Gott zuwenden, wie aus der Tiefe unseres Herzens die Sehnsucht nach Gott hervorquillt. Dann aber machen sich die bösen Geister die Erschlaffung unseres Fleisches zu Nutze: sie springen auf unsere Sinne und nisten sich dort ein [...] So freut sich also nach einem Wort des hl. Apostels Paulus zwar unser Verstand immer am Gesetz Gottes (Röm 7,22), die Sinne aber wollen sich den Abhang der Lüste hinunterziehen lassen [...]

„Und das Licht leuchtet in der Finsternis, und die Finsternis hat es nicht erfasst“ (Joh 1,5) [...] das Wort Gottes, das wahre Licht, hat es für gut befunden, sich der Schöpfung in ihrem eigenen Fleisch zu offenbaren und in seiner unermesslichen Liebe zum Menschen in uns das Licht der Erkenntnis Gottes aufleuchten zu lassen. Der Geist der Welt hat die Absicht Gottes nicht erfasst – also Gott nicht erkannt [...] und doch fügt der Evangelist Johannes, der begnadete Theologe, hinzu: „Das wahre Licht, das jeden Menschen erleuchtet, kam in die Welt. Er war in der Welt, und die Welt ist durch ihn geworden, aber die Welt erkannte ihn nicht. Er kam in sein Eigentum, aber die Seinen nahmen ihn nicht auf. Allen aber, die ihn aufnahmen, gab er Macht, Kinder Gottes zu werden, allen, die an seinen Namen glauben“ (V. 9−12) [...] Es ist nicht Satan, der – nach dem Wort des Evangelisten – das wahre Licht nicht erfasst hat, denn es ist ihm von Anbeginn an fremd, da es ja nicht in ihm leuchtet. Der Evangelist brandmarkt mit diesem Wort vielmehr die Menschen, die die Kraft und die Wunder Gottes wahrnehmen, aber aufgrund ihres verstockten Herzens sich dem Licht der Erkenntnis Gottes nicht nähern wollen.



 
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