«Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens.» Joh. 6,68



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Montag der 22. Woche im Jahreskreis
Kommentar zum heutigen Evangelium
Sel. Guerricus von Igny (um 1080-1157), Zisterzienserabt
4. Predigt zu Epiphanie

Christus in seiner Demut erkennen und ihm in die Erniedrigung folgen

„Betrübt ist meine Seele in mir“, o mein Gott, wenn ich meiner Sünden gedenke, „darum denke ich an dich im Jordanland“ (Ps 42(41),7). – Das heißt, dass ich mir in Erinnerung rufe, wie Du den leprakranken Naaman wegen seines Hinabsteigens in Demut gereinigt hast [...] „So ging er also zum Jordan hinab und tauchte siebenmal unter, wie ihm der Gottesmann befohlen hatte. Da wurde sein Leib gesund wie der Leib eines Kindes und er war rein“ (2 Kön 5,14). Steige auch du hinab, meine Seele, steige hinab vom Wagen des Hochmuts in die heilenden Wasser des Jordans, der aus der Quelle des Hauses David kommend, sich über der ganzen Welt „zur Reinigung von Sünde und Unreinheit“ (Sach 13,1) verteilt. Ganz gewiss ist diese Quelle die Demut der Bußfertigkeit, die sowohl als ein Geschenk Christi als auch seinem Beispiel folgend, hervorströmt, und die nunmehr auf der ganzen Welt verkündet wird und so die Sünden der ganzen Welt reinwäscht [...] Unser Jordan ist ein reiner Fluss; es wird den Hochmütigen also unmöglich sein, dich anzuklagen, wenn du ganz und gar in ihn eintauchst, wenn du dich in der Demut Christi sozusagen eingräbst.

Natürlich ist unsere Taufe einmalig, doch eine solche Demut erneuert sie. Natürlich wiederholt sie nicht den Tod Christi, doch bringt sie das Absterben und das Begraben der Sünde zum Abschluss. Was in der Taufe als Sakrament gefeiert worden war, findet hier in dieser neuen Form seine endgültige Vollendung. Ja, eine solche Demut öffnet den Himmel und gibt den Geist der Kindschaft zurück; der Vater erkennt seinen Sohn wieder, weil dieser mit der Unschuld und Reinheit eines neugeborenen Kindes neu gebildet wurde. Aus diesem Grund erwähnt die Heilige Schrift, dass der Leib des Naaman wie der eines neugeborenen Kindes wieder hergestellt wurde [...] Wir alle, die wir die Gnade unserer ersten Taufe verloren haben [...] wir haben nun den wahren Jordan entdeckt, d.h. das Hinabsteigen in Demut [...] An uns allein liegt es, uns nicht davor zu fürchten, jeden Tag ein wenig tiefer zu hinabzusteigen [...] mit Jesus Christus.



 
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