«Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens.» Joh. 6,68



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Mittwoch der 21. Woche im Jahreskreis
Kommentar zum heutigen Evangelium
Hl. Gregor von Nyssa (um 335-395), Mönch und Bischof
6. Homilie ĂŒber die Seligpreisungen, 3 (vgl.: Bibliothek der KirchenvĂ€ter, 1. Reihe, Band 56, Kempten; MĂŒnchen 1927)

„Selig, die ein reines Herz haben; denn sie werden Gott schauen“ (Mt 5,8)

Ein hohes Gut fĂŒr das menschliche Leben ist die Gesundheit des Körpers. Doch das Beseligende liegt nicht darin, daß man weiß, was Gesundheit ist, sondern daß man sich im Leben derselben erfreut [...] so drĂ€ngt sich uns die Einsicht auf, dass der Herr [Jesus] nicht jene seligpreist, welche ihn nach irgendeiner Seite erkennen, sondern nur jene, welche ihn besitzen. „Selig,“ heißt es dann, „die ein reines Herz haben; denn sie werden Gott schauen“ (Mt 5,8). Damit wird dem, dessen Seelenauge gereinigt ist, Gott keineswegs wie ein Bild bloß Ă€ußerlich gegenĂŒbergestellt [...] Ein anderes Wort (Gottes) verkĂŒndet es deutlicher, indem es lehrt, daß das Reich Gottes in uns selbst sei (Lk 17,21). Hierdurch sollen wir lernen, daß alle, die ihr Herz von allem Bösen und von jeder Leidenschaftlichkeit gereinigt haben, in ihrer eigenen Schönheit das Abbild des göttlichen Wesens sehen [...]

Denn ein bestimmtes Maß von Gotteserkenntnis, wie es dir entspricht, trĂ€gst du in dir selbst, indem der Schöpfer jenes hohe Gut gewissermaßen zu einem Bestandteil deiner eigenen Natur gemacht hat; denn Abbilder jener Vollkommenheiten, die seiner Wesenheit selbst zukommen, prĂ€gte er dir ein, als er dich erschuf, Ă€hnlich wie man in ein Wachssiegel die Figur des Stempels eindrĂŒckt. Die SĂŒnde jedoch, die sich um die gottĂ€hnliche Gestalt legte, hat die Gottesgabe in dir entwertet, weil sie gleichsam mit hĂ€ĂŸlichen Decken ĂŒberzogen wurde. Wenn du nun den Schmutz, der sich auf dein Herz gelagert, durch vorsichtigen Wandel wieder wegspĂŒlst, so wird dir deine schöne Gottesebenbildlichkeit aufleuchten, wie du es auch am Stahle sehen kannst. Sobald dieser durch den Schleifstein vom Rost, der ihn soeben noch schwĂ€rzte, befreit wird, gehen von ihm, sooft du ihn gegen die Sonne hĂ€ltst, Strahlen und Glanz aus; so wird auch der innere Mensch − der Herr nennt ihn Herz −, wenn wir ihn vom Rostschmutz, welchen der Moderfraß der SĂŒnde um ihn gelegt hatte, sorgsam reinigen, wieder die Ähnlichkeit mit seinem erhabenen Urbild erlangen und damit wieder gut werden; denn wer dem Guten Ă€hnlich wird, wird sicher auch gut werden.






 
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