«Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens.» Joh. 6,68



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Montag der 20. Woche im Jahreskreis
Kommentar zum heutigen Evangelium
Hl. Klara von Assisi (1193 o. 1194-1253), OrdensgrĂŒnderin
Zweiter Brief an Agnes von Prag, 3−14 (Klara-Quellen, Kevelaer 2013)

„Nur eines ist notwendig“

Ich sage Dank dem Spender der Gnade, von dem, wie unser Glaube sagt, jede gute Gabe und jedes vollkommene Geschenk fließt, weil er Dich in solchem Maß mit den Tugendzeichen geziert und Dir die Auszeichnung solcher Vollkommenheit verliehen hat, dass Du als liebende Nachahmerin des vollkommenen Vaters selbst so vollkommen zu werden verdienst, dass seine Augen an Dir nicht das Geringste an Unvollkommenem erblicken. Das ist jene Vollkommenheit, aufgrund derer Dich der König selbst zu sich in das himmlische Brautgemach aufnehmen wird, wo er glorreich auf sternenbekrĂ€nztem Throne sitzt; denn Du hast den Prunk irdischer Königsherrschaft verschmĂ€ht und den Heiratsantrag des Kaisers wenig beachtet. Stattdessen hast Du es unternommen, der heiligsten Armut nachzueifern, und hast Dich im Geist großer Demut und glĂŒhendster Liebe an die Fußspuren desjenigen geheftet, dem Du vermĂ€hlt werden durftest.

Da ich Dich mit Tugenden beladen weiß, will ich Dich mit weitschweifigen Worten verschonen und nicht mit ĂŒberflĂŒssigen beladen, auch wenn Dir nichts von dem ĂŒberflĂŒssig erscheinen mag, woraus Du Trost schöpfen könntest. Weil aber nur Eines notwendig ist (Lk 10,42), so beschwöre ich dieses Eine und ermahne Dich um der Liebe dessen willen, dem Du Dich als heiliges und wohlgefĂ€lliges Opfer dargebracht hast:

Sei eingedenk Deines Vorsatzes
und blicke wie eine zweite Rachel stets auf Deinen Anfang.
Was Du hÀltst, das halte weiter fest,
was du tust, das tue weiter und lass nicht ab.
In raschem Lauf, mit leichtem Schritt
und ohne mit dem Fuße anzustoßen,
so dass Deine Schritte kaum Staub aufwirbeln,
sicher, freudig und munter
schreite achtsam voran
auf dem Weg der Seligkeit.
Verweigere Dein Vertrauen oder EinverstÀndnis allem,
was Dich von diesem Vorsatz abzubringen sucht,
was Dir ein Stein auf Deinem Weg werden könnte,
so dass Du nicht in jener Vollkommenheit,
zu der Dich der Geist des Herrn gerufen hat,
dem Allerhöchsten Deine GelĂŒbde erfĂŒllen könntest.



 
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