«Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens.» Joh. 6,68



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Mittwoch der 18. Woche im Jahreskreis
Kommentar zum heutigen Evangelium
Hl. Theresia Benedicta a Cruce [Edith Stein] (1891-1942), Karmelitin, MĂ€rtyrerin, Mitpatronin Europas
Die Stellung der Frau in der Kirche (Edith-Stein-Gesamtausgabe, Band 13 „Die Frau. Fragestellungen und Reflexionen“, VI. 1)

„Der BrĂ€utigam kommt! Geht ihm entgegen!“

Die Verbindung der Seele mit Christus ist etwas anderes als die Gemeinschaft zwischen irdischen Personen: sie ist ein Hineinwachsen und Hineinwurzeln (das sagt das Gleichnis vom Weinstock und den Reben), das mit der Taufe anhebt und durch die andern Sakramente stÀndig verstÀrkt und in verschiedener Richtung ausgestaltet wird. Dies reale Einswerden mit Christus hat aber ein Glied-zu-Glied-Werden mit allen Christen zur Folge. So gestaltet sich die Kirche zum mystischen Leib Christi. Der Leib ist lebendiger Leib, und der Geist, der ihn belebt, ist der Geist Christi, der vom Haupt den Gliedern zuströmt. Der Geist aber, der von Christus ausströmt, ist der Hl. Geist: so ist die Kirche der Tempel des Hl. Geistes.

Trotz der realen, organischen Einheit von Haupt und Leib steht die Kirche gleich einer selbstĂ€ndigen Person neben Christus. Als Sohn des ewigen Vaters lebte Christus vor aller Zeit und allem Menschendasein. Durch die Schöpfung lebte die Menschheit, ehe Christus ihre Natur annahm und in sie einging. Indem er in sie einging, hat er sein göttliches Leben in sie hineingetragen. Indem er sie durch das Erlösungswerk aufnahmefĂ€hig machte fĂŒr die Gnade und sie mit der Gnade erfĂŒllte, hat er sie aus sich neu erzeugt [...] Die Urzelle dieser erlösten Menschheit ist Maria, in der sich zuerst die Reinigung und Heiligung durch Christus, das ErfĂŒlltwerden mit dem Hl. Geist vollzog. Ehe der Menschensohn aus der Jungfrau geboren wurde, erzeugte der Gottessohn eben diese Jungfrau als die Gnadenvolle und in und mit ihr die Kirche. So steht sie als ein neues Geschöpf neben ihm, obwohl unlöslich mit ihm verbunden.

Jede Seele, die durch die Taufe gereinigt und in den Gnadenstand erhoben wird, ist dadurch durch Christus erzeugt und fĂŒr Christus geboren. Sie wird aber erzeugt in der Kirche und geboren durch die Kirche [...] So ist die Kirche die Mutter aller Erlösten. Sie ist es aber durch die innigste Vereinigung mit Christus, indem sie als sponsa Christi an seiner Seite steht und sein Werk, die Erlösung der Menschheit, mit ihm wirkt.



 
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