«Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens.» Joh. 6,68



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Mittwoch der 17. Woche im Jahreskreis
Kommentar zum heutigen Evangelium
Hl. Theresia vom Kinde Jesu (1873-1897), Karmelitin, Kirchenlehrerin
145. Brief („Briefe der heiligen Therese von Lisieux. Deutsche authentische Ausgabe“, Leutesdorf am Rhein 1977)

Ein verborgener Schatz

Die Braut des Hohenliedes sagt, da sie ihren Viel-Geliebten nicht auf seinem Lager fand, habe sie sich erhoben, um ihn in der Stadt zu suchen, doch vergeblich. Als sie aus der Stadt hinausgegangen war, fand sie Den, den ihre Seele liebte (vgl. Hld 3,2-4)! … Jesus will nicht, dass wir seine anbetungswürdige Gegenwart in der Ruhe finden. Er verbirgt sich […] O! welche Melodie ist dieses Schweigen Jesu für mein Herz … Er wird arm, damit wir Ihm Liebe erweisen können, er hält uns wie ein Bettler die Hand hin, damit er am strahlenden Gerichtstag, wenn er in seiner Herrlichkeit erscheinen wird, uns die beglückenden Worte zurufen kann: „Kommt, ihr Gesegneten meines Vaters, denn ich war hungrig, und ihr gabt mir zu essen; ich war durstig, und ihr gabt mir zu trinken; ich wusste nicht, wo ich wohnen könnte, und ihr habt mir Unterkunft gewährt; ich war im Gefängnis, ich war krank, und ihr standet mir bei“ (Mt 25,34-36). Jesus Selbst sprach diese Worte, Er will unsere Liebe und bettelt darum … Er liefert sich uns sozusagen aus. Er will nichts nehmen, ohne dass wir es ihm anbieten […]

Jesus ist ein verborgener Schatz, ein unschätzbares Gut, das wenige Seelen zu finden vermögen, denn es ist verborgen, und die Welt liebt, was glänzt. Ah! wenn Jesus sich allen Seelen mit seinen unaussprechlichen Gaben hätte zeigen wollen, dann hätte keine einzige ihn verachtet. Doch Er will nicht, dass wir ihn seiner Gaben wegen lieben. Er selbst muss unser Lohn sein.

Um etwas Verborgenes zu finden, muss man sich selbst verbergen, unser Leben muss also ein Geheimnis sein. Wir müssen Jesus ähnlich sein, Jesus, dessen Antlitz verborgen war (Jes 53,3) […] Jesus liebt Dich mit so großer Liebe, dass Du, könntest Du sie sehen, in einer Ekstase von Glück sterben würdest. Doch Du siehst sie nicht und leidest … Bald „wird Jesus sich erheben und die Sanftmütigen und Demütigen der Erde retten!“ (vgl. Ps 76(75),10).




 
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