«Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens.» Joh. 6,68



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Montag der 17. Woche im Jahreskreis
Kommentar zum heutigen Evangelium
Hl. Petrus Chrysologus (um 406-450), Bischof von Ravenna, Kirchenlehrer
Predigt 99

Der Sauerteig, der die ganze Menschheit aufgehen lÀsst

Soeben noch hat Christus sein Reich mit einem Senfkorn verglichen; jetzt setzt er es mit dem Sauerteig gleich. Er hat von einem Mann gesprochen, der ein Körnchen hatte, woraus ein großer Baum geworden war; hier nun mischt die Frau ein wenig Sauerteig ins Mehl, um den ganzen Teig aufgehen zu lassen. Doch gibt es, wie der Apostel Paulus sagt, „im Herrn weder die Frau ohne den Mann noch den Mann ohne die Frau“ (vgl. 1 Kor 11,11) [...] In diesen Gleichnissen werden Adam, der erste Mann, und Eva, die erste Frau, weg vom Baum der Erkenntnis von Gut und Böse hin zum beißenden Geschmack des Senfbaumes im Evangelium gefĂŒhrt [...]

Eva hatte vom Satan den Sauerteig des schwachen Glaubens bekommen; jetzt erhĂ€lt diese Frau von Gott den Sauerteig des Glaubens [...] Eva hatte durch den Sauerteig des Todes in der Person des Adam den ganzen Sauerteig des Menschengeschlechtes verdorben. Eine andere Frau wird in der Person Christi durch den Sauerteig der Auferstehung den ganzen Menschheitsteig erneuern. Sie wird, nachdem Eva den Brotteig im Schweiße ihres Angesichts geknetet hat, das Brot des Lebens und des Heiles backen. Nach der Frau, die in Adam Mutter aller Toten war, wird sie in Christus die wahre „Mutter aller Lebendigen“ (Gen 3,20). Denn wenn Christus geboren werden wollte, dann deswegen, damit Maria der Menschheit, der Eva den Tod eingesĂ€t hatte, das Leben zurĂŒckbringe. Maria schenkt uns das vollkommene Bild dieses Sauerteigs, sie schenkt uns das Gleichnis davon, wenn sie in ihrem Schoß vom Himmel her den Sauerteig des Wortes empfĂ€ngt und ihn in ihrem jungfrĂ€ulichen Schoß dem menschlichen Fleisch beimischt – was sage ich? – dem Fleisch, das in ihrem jungfrĂ€ulichen Schoß ganz und gar himmlisch ist und das sie auf diese Weise aufgehen lĂ€sst.  





 
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