«Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens.» Joh. 6,68



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Freitag der 5. Osterwoche
Kommentar zum heutigen Evangelium
Hl. Gregor der Große (um 540-604), Papst und Kirchenlehrer
Homilien über die Evangelien, Nr. 27; PL 76, 1204

„Ein neues Gebot gebe ich euch: Liebt einander, wie ich euch geliebt habe“ (vgl. Joh 13,34)

In allen heiligen Texten des Evangeliums finden sich in großer Zahl Gebote des Herrn. Warum sagt dann der Herr, dass die Liebe sein Gebot ist? „Das ist mein Gebot: Liebt einander“. Denn jegliches Gebot leitet sich von der Liebe ab; alle Vorschriften bestehen nur aus einer Vorschrift und gründen allein in der Liebe. Wie die Äste eines Baums aus derselben Wurzel wachsen, so entstehen alle Tugenden allein aus der Liebe. Der Zweig eines guten Werks bleibt nicht grün, wenn er sich von der Wurzel der Liebe trennt. Die Gebote des Herrn sind also zahlreich und sind zugleich nur ein Gebot – zahlreich in ihren verschiedenen Werken, nur eines in der Wurzel der Liebe.

Wie kann man diese Liebe bewahren? Der Herr selber lässt uns darauf kommen: in den meisten Geboten seines Evangeliums bestimmt er, dass seine Freunde einander in ihm, ihre Feinde aber um seinetwillen lieben sollen. Wer seinen Freund in Gott und seinen Feind Gottes wegen liebt, der hat die wahre Liebe.

Es gibt Menschen, die ihre Angehörigen lieben, aber dies nur aufgrund des Gefühls der Anhänglichkeit, das seine Ursache im Verwandtschaftsverhältnis hat [...] Das heilige Evangelium macht diesen Menschen daraus keinen Vorwurf. Aber was man einfach der Natur zugesteht, ist eine Sache; was man aus Liebe dem Gehorsam schuldet, ist eine andere Sache. Gewiss lieben die besagten Menschen ihren Nächsten [...] aber nach dem Fleisch und nicht nach dem Geist [...] Wenn der Herr sagte: „Das ist mein Gebot: Liebt einander“, so fügte er an: „so wie ich euch geliebt habe.“ Diese Worte besagen eindeutig: „Liebt aus dem gleichen Grund, aus dem ich euch geliebt habe.“





 
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