«Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens.» Joh. 6,68



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Dienstag der 3. Fastenwoche
Kommentar zum heutigen Evangelium
Isaak der Syrer (7. Jh.), Mönch in Ninive bei Mossul im heutigen Irak, Heiliger der orthodoxen Kirchen
Geistliche Unterweisungen, 1. Reihe, Nr. 58

„HĂ€ttest nicht auch du mit jenem, der gemeinsam mit dir in meinem Dienst steht, Erbarmen haben mĂŒssen, so wie ich mit dir Erbarmen hatte?“

Das Mitleid auf der einen Seite und das einfach auf Gleichheit bedachte Urteil auf der anderen sind, wenn sie in ein und derselben Seele bleiben, wie ein Mensch, der Gott und die Götzenbilder im selben Haus anbetet. Das Mitleid ist das Gegenteil vom Urteil, das die einfache Gerechtigkeit zur Grundlage hat. Das gĂ€nzlich gerechte Urteil schließt die gleiche Zuteilung eines Ă€hnlichen Maßstabes fĂŒr alle ein. Es lĂ€ĂŸt einem jeden zukommen, was ihm zusteht, nicht mehr; es neigt sich weder zur einen noch zur anderen Seite, unterscheidet nicht in seinem Lohn. Das Mitleid jedoch wird durch die Gnade geweckt, es neigt sich allen Geschöpfen mit derselben Herzlichkeit zu, es hĂŒtet sich davor, denen einfachhin Lohn zukommen zu lassen, die der Bestrafung wĂŒrdig sind und es ĂŒberschĂŒttet ohne Maß jene, die sich des Guten als wĂŒrdig erweisen.

Das Mitleid also steht auf Seiten der Gerechtigkeit, das schlechthin gleichförmige Urteil auf Seiten des Bösen [...] So wie ein Sandkorn nicht soviel wiegt wie viel Gold, so wiegt auch das ausgewogene Urteil Gottes nicht so viel wie sein Mitleid. Wie eine Hand voll Sand, die in den großen Ozean fĂ€llt, so sind die SĂŒnden alles Fleisches im Vergleich zur Vorsehung und zum Erbarmen Gottes. Wie auch eine reichlich fließende Quelle nicht mit einer Hand Staub verschlossen werden kann, so kann auch das Mitleid des Schöpfers nicht durch die Boshaftigkeit der Geschöpfe besiegt werden. Wer wĂ€hrend des Gebets im Groll verharrt, der ist wie ein Mensch, der ins Meer aussĂ€t und zu ernten hofft.



 
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