«Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens.» Joh. 6,68



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Dienstag der 7. Osterwoche
Kommentar zum heutigen Evangelium
Hl. Augustinus (354 - 430), Bischof von Hippo (Nordafrika) und Kirchenlehrer
Predigten zum Johannesevangelium, Nr. 104-105  

«Vater, verherrliche deinen Sohn, damit der Sohn dich verherrlicht»

Es gibt Menschen, die glauben, dass der Sohn vom Vater dadurch verherrlicht wurde, dass er ihn nicht verschont hat, sondern für uns alle hingegeben (Röm 8,32). Wenn er aber schon in seiner Passion verherrlicht wurde, um wie viel mehr dann in seiner Auferstehung! In seiner Passion tritt seine Demut mehr zu Tage als seine Herrlichkeit... Damit „der Mittler zwischen Gott und den Menschen, der Mensch Jesus Christus“ (1 Tim 2,5) in seiner Auferstehung verherrlicht werde, wurde er zunächst in seiner Passion gedemütigt... Daran zweifelt kein Christ: es ist offensichtlich, dass der Sohn in der Gestalt eines Sklaven verherrlicht wurde und der Vater ihn auferweckt und ihm den Platz zu seiner Rechten zugewiesen hat (Phil 2,7; Apg 2,34).

Der Herr sagt aber nicht nur: „Vater, verherrliche deinen Sohn“; er fügt hinzu: „damit der Sohn dich verherrlicht“. Man fragt sich zu Recht, wie der Sohn den Vater verherrlicht hat... Die Ehre des Vaters kann ja, für sich genommen, weder zunehmen noch kleiner werden. Sie war jedoch bei den Menschen zu einer Zeit geschmälert, als Gott nur „in Juda“ bekannt war und „seine Diener den Namen des Herrn nicht vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Untergang lobten“ (Ps 75,2; 112, 1-3). Dies jedoch ist durch die Frohbotschaft Christi geschehen, der den Nationen den Vater durch den Sohn bekannt gemacht hat: so hat der Sohn den Vater verherrlicht.

Wenn der Sohn nur gestorben und nicht auferstanden wäre, wäre er nicht durch den Vater verherrlicht worden und der Vater nicht durch ihn. Jetzt, da er in seiner Auferstehung durch den Vater verherrlicht wurde, verherrlicht er den Vater durch die Verkündigung seiner Auferstehung. Das geht aus seinen Worten hervor: „Vater, verherrliche deinen Sohn, damit der Sohn dich verherrlicht“, als wollte er sagen: „Erwecke mich wieder zum Leben, damit du dich durch mich dem ganzen Universum zu erkennen gibst“... Schon in diesem Leben wird Gott verherrlicht, wenn die Verkündigung ihn den Menschen zu erkennen gibt und wenn er durch den Glauben derer, die an ihn glauben, verkündet wird.   



 
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