«Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens.» Joh. 6,68



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Mittwoch der 6. Osterwoche
Kommentar zum heutigen Evangelium
Symeon der Neue Theologe (um 949-1022), griechischer Mönch, Heiliger der Orthodoxen Kirchen
Katechesen, 33; SC 113  

«Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, wird er euch in die ganze Wahrheit führen»

Der „Schlüssel zur Erkenntnis“ (Lk 11,52) ist nichts anderes als die Gnade des Heiligen Geistes. Man bekommt ihn durch den Glauben geschenkt. Er erzeugt durch Erleuchtung wirklich Erkenntnis, ja vollkommene Erkenntnis. Er öffnet unsern verschlossenen und verdunkelten Geist; er tut es oft durch Gleichnisse und Symbole, aber auch durch eindeutigere Aussagen... Achtet also sehr auf den spirituellen Gehalt des Wortes. Wenn der Schlüssel nicht passt, geht die Tür nicht auf. Denn, so sagt der gute Hirt, „ihm öffnet der Türhüter“ (Joh 10,3). Wenn aber die Tür nicht aufgeht, kommt keiner ins Haus des Vaters, denn Christus hat gesagt: „Niemand kommt zum Vater außer durch mich“ (Joh 14,6).

Es ist also der Heilige Geist, der als erster unseren Geist öffnet und uns über den Vater und den Sohn belehrt. Auch Christus sagt uns das: „Wenn aber der Beistand kommt, der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgeht, dann wird er Zeugnis für mich ablegen und wird euch in die ganze Wahrheit führen“ (Joh 15,26; 16,13). Man sieht also, wie der Vater und der Sohn sich gemeinsam durch den Geist oder viel mehr im Geist zu erkennen geben.

Wenn wir den Heiligen Geist Schlüssel nennen, dann deshalb, weil unser Geist zunächst durch ihn und in ihm erhellt wird. Sind wir erst gereinigt, werden wir durch das Licht der Erkenntnis erleuchtet. Wir werden von oben getauft, wir werden neu geboren und werden Kinder Gottes. Der hl. Paulus drückt es so aus: „Der Heilige Geist tritt für uns ein mit Seufzen, das wir nicht in Worte fassen können“ (Röm 8,26). Er sagt auch: „Gott sandte den Geist des Sohnes in unser Herz, den Geist, der ruft: Abba, Vater“ (Gal 4,6). Er ist es also, der uns die Tür zeigt, eine Tür, die Licht ist. Und die Türe lässt uns erkennen, dass der, der im Hause wohnt, auch Licht ist, unzugängliches Licht.
  



 
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